Verletztengeld – Die wichtigsten Fragen, Antworten und Infos!

Verletztengeld

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Wenn während der Arbeitszeit ein Unfall passiert oder auf dem Weg dahin und daraus eine Arbeitsunfähigkeit entsteht, haben Arbeitnehmer in der Regel einen Anspruch auf Verletztengeld.

Wie lange und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, wann nicht und weitere wichtige Informationen zum Verletztengeld, sind nachfolgend ausführlich erläutert.

Was ist Verletztengeld?

Verletztengeld ist eine Entgeltersatzleistung mit dem Ziel den Einkommensausfall des Versicherten, aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls, auszugleichen.

Gezahlt wird sie von der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Verletztengeld soll dabei auch den Zweck erfüllen die Versorgungslücke der Sozialversicherung auszugleichen.

Ein Anspruch auf Verletztengeld besteht allerdings erst, wenn vom Arbeitgeber kein Gehalt mehr gezahlt wird. Dies ist meist ab der 7. Woche und zwar seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Fall.

Was sind die Voraussetzungen, um Verletztengeld zu erhalten?

Die wichtigste Voraussetzung, die für den Erhalt erfüllt sein muss, besteht in der Anerkennung des Arbeitsunfalls. Wenn sich der Arbeitgeber während der Arbeit verletzt hat, ist die Anerkennung in der Regel kein Problem. Dabei ist die Unfallursache unrelevant. Anerkannt wird ein Unfall auch, wenn dieser sich auf dem Weg zur Arbeit ereignet hat.

Dies wird im Fachjargon auch als Wegeunfall bezeichnet. Mit der Anerkennung eines Wegeunfalls kann es allerdings schwierig werden, wenn der Arbeitsumweg mit Umwegen oder Einkäufen ergänzt wurde. Des Weiteren muss eine Bescheinigung des behandelnden Arztes vorgelegt werden, der die Arbeitsunfähigkeit bestätigt.

Wie lange bekommt man Verletztengeld?

Die Zahlung beginnt mit dem Tag an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat oder mit Beginn der Heilbehandlung. Die Zahlung endet wenn keine Arbeitsunfähigkeit mehr besteht, am letzten Tag der Heilbehandlung oder wenn ein Anspruch auf Übergangsgeld besteht.

Dieser Zeitraum kann aber noch verlängert werden, wenn weitere medizinische Maßnahmen notwendig sind, um die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Eine Höchstbezugsdauer gibt es nicht. Bei sehr schwerwiegenden Unfällen wird nach einer Zeit geprüft, ob die Gesundheit wieder hergestellt werden kann. Ist dies nicht der Fall, kann zum Beispiel eine Umschulungsmaßnahme notwendig werden.

In welcher Höhe bekommt man das Verletztengeld?

Es beträgt 80 Prozent vom Bruttoeinkommen des Versicherten. Es darf das Nettoarbeitsgehalt aber nicht überschreiten. Berücksichtigt werden für die Berechnung auch Einmalzahlungen, die in den letzten 12 Monaten vorm Arbeitsunfall geleistet wurden.

Bekommen Selbstständige Verletztengeld?

Ein Anspruch auf diese Leistung besteht bei Selbständigen nur, wenn sie Beiträge in die gesetzliche Unfallversicherung einzahlen. Ist dies nicht der Fall, besteht auch kein Anspruch auf das Geld.

Bei einem Anspruch muss der Selbstständige, zur Berechnung der Höhe, Einkommensnachweise der letzten 3 Monate einreichen. Nach Abzug der Steuern erhält er dann 80 Prozent von seinem Verdienst.

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2018-02-16T08:55:52+00:00 Finanzen|