Steuerpflichtiges Einkommen – Definition, Berechnung und wichtige Infos!

Steuerpflichtiges Einkommen

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Was versteht man unter dem Begriff: steuerpflichtiges Einkommen?

Den Begriff des steuerpflichtigen Einkommens gibt es im Einkommensteuerrecht so eigentlich nicht.

Steuerrechtlich werden alle Einnahmen, die ein Steuerpflichtiger erzielt, als Brutto-Einnahmen betrachtet. Brutto-Einnahmen sind sie deshalb, weil der Steuerbürger einer Reihe von Auslagen hat, um Einnahmen zu erzielen.

Diese Auslagen werden unter den Begriffen Werbungskosten oder Betriebsausgaben zusammengefasst und von den Einnahmen abgezogen. So erhält man steuerrechtlich die Einkünfte.

Addiert man unterschiedliche Einkünfte, ergibt das die Summe der Einkünfte. Diese Einkünfte sind im Prinzip steuerpflichtig.

Wie hoch der Anteil der Einkünfte ist, der am Ende wirklich versteuert werden muss, ergibt sich aus einer Reihe weiterer Berechnungen.

Abgezogen werden noch Entlastungsbeiträge, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen. Am Ende bleibt ein zu versteuerndes Einkommen. Viele Steuer-Laien nennen das auch das steuerpflichtige Einkommen.

Welche Einkunftsarten zählen zum steuerpflichtigen Einkommen?

Das deutsche Steuerrecht kennt sieben unterschiedliche Einkunftsarten.

Die ersten drei Arten der Einkünfte heißen Gewinneinkünfte, das sie aus Einnahmen minus Ausgaben ermittelt werden:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§13 EStG)
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§15 EStG)
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§18 EStG)

Danach kommen Überschusseinkunftsarten:

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§19 EStG)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§20 EStG)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§21 EStG)
  • sonstige Einkünfte (§22 EStG)

Diese werden um die Werbungskosten reduziert. Das sind Ausgaben, die entstehen, wenn die so genannten Überschusseinkunftsarten erzielt werden sollen.

Für einen Arbeitnehmer, der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt, können das etwa die Fahrkosten sein für Wege zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte.

Der Besitzer eines Hauses hat bei der Vermietung und Verpachtung zum Beispiel Kosten für Straßenreinigung oder Abwasser.

Wurden die Einkünfte des Steuerpflichtigen anhand der einzelnen Einkunftsarten errechnet, ergeben sie die Summe der Einkünfte.

Wie errechnet man das zu versteuernde Einkommen?

Das zu versteuernde Einkommen wird aus der Summe der Einkünfte berechnet. Dabei geht man nach einem festen Schema vor.

Schritt 1

Abgezogen werden als erstes die Entlastungsbeiträge. Das sind:

  • der Altersentlastungsbetrag für Steuerpflichtige, die älter als 64 Jahre sind
  • der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, bei denen mindestens ein Kind im Haushalt lebt, für das es Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag gibt
  • der Freibetrag für Land- und Forstwirte

Schritt 2

Von dem sich daraus ergebenden Gesamtbetrag der Einkünfte (GdE) wird im nächsten Schritt der eventuelle Verlustabzug subtrahiert. Das sind Verluste, die durch die Steuererklärung im Vorjahr nicht ausgeglichen wurden.

Schritt 3

Abgezogen werden auch die Sonderausgaben. Hier gehören unter anderem Beiträge zur Kranken-, Pflege- oder gesetzlichen Rentenversicherung, zu privaten Vorsorgeversicherungen sowie Unterhalt an geschiedene Partner hin.

Schritt 4

Außergewöhnliche Belastungen sind Ausgaben für Krankheit und Pflege oder die Berufsausbildung der eigenen Kinder. Auch diese Kosten mindern die Einkünfte. Zum Abzug kommen dann noch Kinderfreibeträge. Zu guter Letzt mindert bei einigen Einkünften, die in sehr geringer Höhe anfallen, der Härteausgleich die Einkünfte.

Das Ergebnis dieser umfangreichen Berechnung ist das zu versteuernde Einkommen.

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2018-04-21T10:22:37+00:00 Finanzen|

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