Negativer Schufa Eintrag – Alles, was Sie wissen müssen!

Schufa Eintrag

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Wann bekommt man einen negativen SCHUFA Eintrag?

Für einen negativen Eintrag bei der SCHUFA müssen vier Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • es handelt sich um eine offene Forderung, der nicht widersprochen wurde
  • es erfolgten mindestens zwei Mahnungen
  • zwischen den einzelnen Mahnungen lagen wenigstens vier Wochen
  • in einer Mahnung kündigte der Gläubiger einen negativen Eintrag bei der SCHUFA an

Ohne diese Voraussetzungen erfolgt ein Eintrag, wenn die Forderung vom Schuldner anerkannt wurde. Hat er baldige Zahlung angekündigt und zahlt nicht, geht die Meldung an die SCHUFA.

Gleiches gilt, wenn der Vertrag fristlos wegen Zahlungsrückstand kündbar ist. Nicht zuletzt kommt es nach einer gerichtlichen Feststellung der Forderung und einem Mahnbescheid zum Eintrag bei der SCHUFA.

Welche Daten werden im SCHUFA Eintrag gespeichert?

Die SCHUFA speichert zunächst personenbezogene Daten, wie den Namen und die Anschrift, das Geburtsdatum und den Geburtsort. Darüber hinaus werden folgende Daten gespeichert:

  • Bankkonten
  • Geld- und Kreditkarten
  • Kredite und Bürgschaften
  • Leasingverträge
  • Mobilfunkverträge
  • Konten bei Versandhändlern
  • Geschäfte auf Basis von Ratenzahlungen
  • Zahlungsausfälle bei angemahnten Forderungen, die unbestrittenen sind

Die SCHUFA selbst sammelt aktiv keine Daten. Sie bekommt alle relevanten Angaben von den Unternehmen übermittelt, die ein Teil der Schutzgemeinschaft und somit Vertragspartner für die SCHUFA sind.

Wie lange bleibt ein negativer SCHUFA Eintrag gespeichert?

Negative Einträge bei der SCHUFA bleiben im Normalfall drei Jahre gespeichert. Die Frist startet am Ende des Kalenderjahres, in dem die Schulden bezahlt wurden. So lange bleibt ein Eintrag durch einen Erledigungsvermerk gekennzeichnet.

Wie vermeidet man negative Einträge bei SCHUFA?

Negative Vermerke werden am besten durch pünktliche Zahlung von Verbindlichkeiten vermieden.

Offene Rechnungen und Mahnungen sollte man nicht ignorieren. Ist ein Anspruch nicht sofort zu begleichen, sollten Schuldner aktiv, das Gespräch mit dem Gläubiger, ihm eine Ratenzahlung anbieten und sich an den Zahlungsplan halten.

Schufa Eintrag löschen

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Kann man einen SCHUFA Eintrag löschen lassen?

Einen Eintrag bei der SCHUFA kann man löschen lassen. Dafür muss man jedoch zunächst einmal die jährliche kostenlose SCHUFA Auskunft anfordern.

In dieser Selbstauskunft sind sämtliche Daten gespeichert, die von der SCHUFA personenbezogen gesammelt wurden.

Wichtig ist es, jede einzelne Information zu überprüfen und mit der Realität abzugleichen.

Welche SCHUFA Einträge kann man löschen lassen?

Falsche Einträge

Auf jeden Fall löschen lassen kann man einen falschen Eintrag. Es kommt vor, dass ein negativer Vermerk falsch zugeordnet worden ist, etwa wenn eine Person mit einem ähnlichen Namen unter derselben Anschrift gelistet wurde.

Veraltete Einträge

Auch veraltete Einträge lassen sich löschen. Zum einen können Daten schon bei der Weitergabe veraltet gewesen sein. Zum anderen kommt es vor, dass die SCHUFA Einträge nicht löscht, obwohl die Frist dafür abgelaufen ist. Auch diese Einträge kann man löschen lassen.

Wie lasse ich SCHUFA Eintrag löschen?

Bei der Möglichkeit, Einträge bei der SCHUFA löschen zu lassen, gibt es verschiedene Varianten:

  • Einträge, die direkt bei der SCHUFA gelöscht werden können
  • Einträge, die zuerst bei einem Dritten korrigiert werden müssen

Veraltete Einträge löschen lassen

Veraltete Einträge, die von der SCHUFA schon gelöscht worden sein müssen, kann ein Verbraucher direkt löschen lassen:

  • veralteten Eintrag per Selbstauskunft identifizieren
  • Eintrag kopieren
  • Schreiben mit Kopie und Bitte um Löschung direkt an die SCHUFA
  • Einschreiben mit Rückschein schicken, dem Schreiben eventuell Nachweise beilegen
  • Beispiel: Kopie von der Überweisung der letzten Rate eines Kredits

Fehlerhafte Einträge löschen lassen

Fehlerhafte Daten oder erfüllte Zahlungsforderungen bei Dritten:

  • den betreffenden Dritten als Quelle des Eintrags kontaktieren
  • schriftlich zur Korrektur der Information auffordern
  • gleichzeitig auffordern, die Änderung bzw. Löschung der SCHUFA mitzuteilen
  • Frist zur Umsetzung von drei Wochen setzen
  • auch hier: Einschreiben mit Rückschein bevorzugt
  • Umsetzung der Aufforderung nach etwa ein bis zwei Monaten prüfen

Wie schnell werden die SCHUFA Einträge gelöscht?

Die SCHUFA muss grundsätzlich von sich aus Einträge nach einer gewissen Frist aus ihrer Datenbank löschen. Hat der Verbraucher zum Beispiel ein Darlehen in Anspruch genommen, muss der Eintrag dazu drei Jahre nach dessen Tilgung aus der Datenbank verschwinden. Die Frist beginnt zum Ende des Jahres, in dem die letzte Rate für den Kredit überwiesen wurde, zu laufen.

Daten, die aus Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte stammen, werden ebenfalls nach drei Jahren gelöscht. Das gilt auch für eidesstattliche Versicherungen. Anfragen nach Krediten, Darlehen und Finanzierungen oder zur Eröffnung eines Girokontos tauchen nach einem Jahr nicht mehr auf. Nach zehn Tagen aber werden diese schon nicht mehr an Vertragspartner in Auskünften weitergegeben.

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2018-04-21T10:23:35+00:00 Finanzen|

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