Privatverkauf – Gewährleistungspflicht, Widerruf und Umtausch.

Privatverkauf

©shutterstock – happymay

Was ist ein Privatverkauf?

Unter einem Privatverkauf versteht man den Verkauf eines Gegenstandes oder einer Sache durch eine private Person.

Ob Gegenstand oder Sache an eine andere Privatperson verkauft wird oder ob ein Händler der Käufer ist, spielt keine Rolle.

Gibt es Vorschriften beim Privatverkauf?

Auch dieser Verkauf unterliegt gesetzlichen Vorschriften.

Geregelt sind diese unter anderem im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). So handelt es sich dabei um einen Kaufvertrag.

Rechtlich behandelt wird ein Kaufvertrag nach den Paragraphen 433 und folgende BGB.

Besteht Gewährleistungspflicht beim Privatverkauf?

Vorschriften für die Gewährleistung gelten auch beim Verkauf durch Privatpersonen. Das bedeutet, dass der Privatverkäufer für Mängel an der Kaufsache haftet.

Für die Gewährleistung gelten dieselben Vorschriften wie bei der gesetzliche Gewährleistung: Ein Verkäufer steht ab Übergabe der Sache zwei Jahre dafür gerade, dass diese die versprochene Qualität hat.

Kann man Gewährleistung ausschließen?

Im Grundsatz ist es jedoch möglich, diese Haftung für Sachmängel vertraglich auszuschließen. Ein vollständiger Ausschluss der Pflicht zur Gewährleistung hat aber seine Grenzen.

Angabe um Gewährleistung auszuschließenDer Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung.

Fehlt einem Gegenstand oder einer Sache eine zwischen Verkäufer und Käufer vereinbarte Beschaffenheit, darf die Gewährleistung nicht ausgeschlossen werden. Gleiches gilt, wenn der Verkäufer für bestimmte Eigenschaften der verkauften Sache die Garantie übernommen hat.

Nicht rechtens ist ein Ausschluss der Gewährleistung außerdem, wenn der private Verkäufer arglistig einen Mangel verschwiegen hat oder Eigenschaften einer Sache vorgespiegelt hat, die so gar nicht vorliegen.

Hat der Käufer ein Widerrufsrecht beim Privatverkauf?

Auch ein Widerrufsrecht ist bei einem Privatverkauf vollständig ausgeschlossen.

Das gesetzlich verbriefte Recht auf Widerruf besteht nur, wenn der Verkäufer einer Sache gewerblich als Unternehmer handelt und es sich um ein Haustürgeschäft oder um ein Fernabsatzgeschäft handelt. Das ist beim Privatverkauf nicht der Fall.

Das ist selbst dann nicht der Fall, wenn der Verkauf über das Internet abgewickelt wird. Denn selbst diese Verkäufe zwischen privaten Personen fallen nicht unter die Bestimmungen für den Fernabsatz.

Bei einem Privatverkauf ist der Käufer im Hinblick auf ein Widerrufsrecht auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen. Der kann die Sache freiwillig zurücknehmen oder umtauschen.

Gibt es ein Umtauschrecht beim Privatverkauf?

Ist die Gewährleistung beim Privatverkauf ausgeschlossen, hat der Käufer auch kein Umtauschrecht.

Gilt jedoch Gewährleistung und gibt es einen Mangel, bedeutet das zunächst nur, dass der Verkäufer den Mangel beseitigen muss. Er darf bis zu dreimal versuchen, den Fehler zu reparieren oder den Mangel auf andere Weise zu beseitigen.

Klappt die Beseitigung von Fehlern und Mängeln nicht, kann der Käufer die Ware umtauschen. Er hat unter Umständen dann sogar ein Recht auf Schadenersatz.

Wie sieht es mit der Rücknahme beim Privatverkauf aus?

Zur Rücknahme einer per Privatverkauf verkauften Sache oder eines Gegenstandes ist der Verkäufer nur dann verpflichtet, wenn er in der Gewährleistungspflicht steht.

Sind Versuche der Mängelbeseitigung fehlgeschlagen, muss er dem Käufer den kompletten Kaufpreis erstatten und den Gegenstand wieder an sich nehmen.

Ansonsten besteht beim Privatverkauf keine Pflicht zur Rücknahme. Hat der Käufer keinen Gefallen mehr an der Sache oder bereut er aus anderen Gründen den Kauf, ist das sein Problem. Ein Privatverkäufer muss nicht dafür einstehen.

: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 3,20 von 5 Punkten, basieren auf 5 abgegebenen Stimmen.
Loading...
2017-12-23T13:55:04+00:00Geld verdienen|

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere