Lohnsteuerpauschalierung – So verwendet man die pauschale Lohnsteuer!

Lohnsteuerpauschalierung

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Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert und so wird man häufig mit neuen Begriffen konfrontiert. Eins dieser Begriffe ist die Lohnsteuerpauschalierung.

Wann diese angewandt wird und wie die Besteuerung in diesem Fall funktioniert, wird nachfolgend erläutert.

Was versteht man unter Lohnsteuerpauschalierung?

Bei der Lohnsteuerpauschalierung handelt es sich um einen Sonderfall im Bereich des Steuerrechts.

Kommt dieser Sonderfall zum Einsatz, wird nicht wie gewöhnlich, abhängig von der Gehaltshöhe und den persönlichen Merkmalen des Arbeitnehmers, die Steuer erhoben und anhand dieser aus der Lohnsteuertabelle abgelesen.

Bei der Lohnsteuerpauschalierung wird die Lohnsteuer über einen festgelegten Prozentsatz erhoben.

Dies ist bei bestimmten Lohnarten möglich. Wenn der Arbeitgeber eine Lohnsteuerpauschalierung beim Gehalt seiner Arbeitnehmer vornimmt, muss er auch die Solidaritätszuschlag erheben und die Kirchensteuer pauschalieren.

Wann verwendet man keine Lohnsteuerpauschalierung?

Ausgenommen von dieser Regelung sind 450 Euro-Jobs, da hier weder ein Solidaritätszuschlag noch die pauschale Kirchensteuer anfällt. Hier ist die mit 2 Prozent erhobene Pauschalsteuer eine Form von Abgeltungssteuer, die gleichzeitig beide Posten abdeckt.

Wie hoch ist die Pauschale Lohnsteuer bei Teilzeitkräften?

Ein Lohnsteuerpauschalierung ist bei Teilzeitkräften, die monatlich mehr als 450 Euro verdienen, nur möglich, wenn eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt. Eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn die Tätigkeit nicht regelmäßig stattfindet und die Arbeit nicht länger als 18 Tage am Stück ausgeführt wird.

Des Weiteren darf der durchschnittliche Arbeitslohn pro Arbeitstag 62 Euro nicht übersteigen und die Beschäftigung nicht unvorhersehbar erforderlich werden.

  • Sind diese Kriterien erfüllt, kann eine Lohnsteuerpauschalierung in Höhe von 25 Prozent erfolgen.
  • Eine Ausnahme bilden hier kurzfristig Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft. Hier beläuft sich die Pauschalierung auf 5 Prozent.

Wie hoch ist die Pauschale Lohnsteuer bei geringfügig Beschäftigten?

  • Bei einer geringfügigen Beschäftigung, kann der Arbeitgeber von der gängigen Versteuerung absehen und den Arbeitslohn mit dem Pauschalsteuersatz, in diesem Fall in Höhe von 2 Prozent, versteuern. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die Teilzeitkraft maximal 450 Euro monatlich verdient und ebenfalls Pauschalbeiträge bei der gesetzlichen Rentenversicherung erhoben werden.
  • Ist Letzteres nicht der Fall, muss eine Lohnsteuerpauschalierung in Höhe von 20 Prozent und zwar zusätzlich zum Solidaritätszuschlag und ggf. der Kirchensteuer erfolgen.

Wie hoch ist die Pauschale Lohnsteuer bei sonstigen Bezügen?

Eine Pauschalierung von sonstigen Bezügen ist ebenfalls möglich, wenn diese die 1.000 Euro pro Kalenderjahr nicht übersteigen.

Nicht angerechnet werden hier sonstige Bezüge, die mit einem festen pauschalen Steuersatz versteuert wurden, wie zum Beispiel für Fahrten zwischen Arbeitsstelle und Wohnung.

Grundsätzlich spricht man immer von sonstigen Bezügen, wenn diese nicht fortlaufend sondern einmalig stattfinden. Dabei kann es sich zum Beispiel um Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Abfindungen oder Jubiläumszuwendungen handeln. In diesem Fall beläuft sich die Pauschalierung auf 25 Prozent.

Was sind die Vorteile von Lohnsteuerpauschalierung?

Ein Vorteil besteht darin, dass der Arbeitgeber einen geringeren Arbeitsaufwand hat, da keine individuelle Versteuerung nach den individuellen Bewertungskriterien erfolgen muss.

Hinzu kommt, dass durch diese Besteuerung die Lohnsteuer abgegolten wird und daher bei der Einkommenssteuerveranlagung nicht berücksichtigt wird. Die Pauschalsteuer wird vom Arbeitgeber übernommen, so dass der Verdienst für den Arbeitnehmer quasi steuerfrei ist.

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2018-04-20T12:42:31+00:00Nebenjob|

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