Mietkürzung – Gründe, Höhe und Dauer

Mietkürzung

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Mietstreitigkeiten sind leider keine Seltenheit. Nicht nur zwischen den Nachbarn kann es Ärger geben, auch mit dem Vermieter, wenn dieser zum Beispiel Wohnungsmängel nicht beseitigen will. In diesem Fall besteht die Möglichkeit einer Mietkürzung.

Ab wann eine Mietkürzung sinnvoll ist und auf was dabei noch geachtet werden sollte, zeigt der nachfolgende Ratgeber.

In welchen Fällen ist eine Mietkürzung möglich?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Mietkürzung, wenn gravierende Mängel in der Wohnung bestehen, die den vertragsmäßigen Gebrauch beeinträchtigen.

Bei diesen Mängeln kann es sich zum Beispiel um Schimmel, aufgrund von Baumängeln oder falsches Lüften des Vormieters, handeln aber auch um defekte Heizungen, undichte Rohrleitungen, defekte Sanitäranlagen, Lärmbelästigung durch andere Mieter oder den Vermieter sowie Rauchbelästigung von Nachbarn durch Zigarettenkonsum oder grillen.

In welcher Höhe darf ich die Miete kürzen?

Die Grundlage für eine Mietminderung bildet die Bruttowarmmiete. Die Höhe der Mietminderung hängt von der Dauer und vom Umfang der Funktionseinschränkung ab, die durch den Mangel entstanden ist. Eine pauschale Höhe gibt es hier nicht. Im Internet gibt es dazu aber Tabellen, die von Gerichtsurteilen herrühren und aufzeigen, wie hoch die Mietminderung bei einem bestimmten Schaden ausfallen kann.

So geht aus einem Gerichtsurteil zum Beispiel hervor, dass die Miete um 40 Prozent gekürzt werden kann, wenn Feuchtigkeitsschäden bestehen, die die Gesundheit gefährden. Bei nächtlichen Bauarbeiten kann die Miete um 30 Prozent gekürzt werden. Dies unterscheidet sich von Einzelfall zu Einzelfall stark, so dass immer ein Rechtsanwalt zu Rate gezogen werden sollte.

Wie lange kann ich die Miete kürzen?

Die Miete darf so lange gekürzt werden, wie der Mangel besteht. Handelt es sich nicht um einen fortlaufenden Mangel, empfiehlt es sich Protokoll zu führen. Dies wird zum Beispiel häufig bei Lärmbelästigung so gehandhabt. Ein Grund für eine Mietminderung liegt nämlich in diesem Fall nicht vor, wenn dadurch nur ein unerheblicher Mangel entsteht.

Kann man die Miete rückwirkend kürzen?

Eine Mietkürzung ist auch rückwirkend möglich, aber nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Dies ist dann der Fall, wenn der Vermieter den Mangel von Anfang an kannte, es dem Mieter aber beim Einzug nicht mitgeteilt hat. Hier kann die Miete rückwirkend gekürzt werden und zwar rückwirkend ab dem Einzugsdatum. Dies ist sogar dann noch möglich, wenn der Mieter bereits aus der betroffenen Wohnung ausgezogen ist.

Muss eine Mietkürzung schriftlich bekannt gegeben werden?

Eine Mietkürzung muss immer schriftlich erfolgen und darf nicht einfach ohne Vorankündigung erfolgen.

Hier gibt es sogenannte Musterschreiben, die als Grundlage dienen können. Dabei muss auch immer der Mangel angegeben werden und genau erläutert werden.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte das Schriftstück via Einschreiben mit Rückschein an den Vermieter gesendet werden.

Brauche ich einen Anwalt bei einer Mietkürzung?

Grundsätzlich wird empfohlen ein Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen, da man als Mieter Gefahr läuft eine Kündigung oder Räumungsklage zu erhalten, wenn man die Mietkürzung zu hoch ansetzt.

Dies kann schnell passieren, da es in diesem Bereich keine pauschalen Werte gibt, die angeben, um wie viel die Miete bei bestimmten Mängeln gekürzt werden darf. Auf Nummer sicher geht man hier mit der Unterstützung durch einen Rechtsanwalt.

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2018-04-21T10:04:24+00:00 Finanzen|

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