Wie hoch darf die Miete bei Hartz 4 sein?

Hartz 4 Miete

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Beim Bezug von Hartz 4 werden neben dem Regelsatz auch Kosten für die Unterkunft in angemessener Höhe übernommen.

Wie hoch darf die Miete der Hartz 4 Wohnung sein?

Je nachdem um welche Region es sich handelt, kann auch die Miete der Wohnung, die vom Arbeitsamt übernommen wird, stark variieren.

Jede Kommune bestimmt die Miethöhe und orientiert sich dabei an den örtlichen Vorschriften oder an den Richtwerten, die im Wohngeldgesetz festgehalten sind.

Als grober Richtwert liegt der Miet-Quadratmeterpreis in ländlichen Gegenden bei unter 4 € und in städtischen Regionen bei bis zu 9 €.

Wie groß darf die Wohnung bei Hartz 4 Bezug sein?

Von angemessenem Wohnraum spricht man, wenn eine Single-Wohnung 45 bis 50 Quadratmeter aufweist und eine Zwei-Zimmer-Wohnung maximal 60 Quadratmeter.

Für jede weitere Person kommen noch zusätzlich 15 Quadratmeter dazu.

Ein gewisser Spielraum ist hier allerdings möglich, wenn die Kosten im Rahmen liegen. Je nach Region und Wohnungsmarkt gibt es hier eine gewisse Kulanz.

Was muss ich bei Wohneigentum und Hartz 4 beachten?

Wenn es sich beim Wohneigentum, um eine Wohnung oder ein Haus handelt, welches selbst bewohnt wird, können auch hier die Kosten für die Unterkunft vom Job Center übernommen werden.

Zu den übernahmefähigen Kosten gehören Grundsteuer, Gebäudeversicherungen, Kosten für eventuell anfallende Zinsen und die Heizkosten.

Ausgenommen sind davon Tilgungsraten für das Wohneigentum, da der Staat nicht seine Aufgabe darin sieht, den Aufbau von Privatvermögen zu finanzieren.

Angemessener Wohnraum ist im Bereich Wohneigentum nicht klar definiert. Als Richtwert gilt hier: Ein Eigenheim darf für einen 4-Personen-Haushalt maximal 130 Quadratmeter groß sein.

Grundstücke werden je nach Region, ob ländlich oder städtisch, bei einer Größe von 500 bis 800 Quadratmeter als angemessen angesehen.

Werden außer Miete auch Warmwasserkosten bei Hartz 4 übernommen?

Ja, Warmwasserkosten werden als Mehrbedarf und zwar pauschal zusätzlich zum Regelbedarf vom Job Center übernommen.

Die Höhe dieser Pauschale ist nach § 20 SGB II und den jeweiligen Prozentsätzen aus § 21 Abs. 7 SGB II geregelt.

Eine Ausnahme besteht, wenn die Heißwasseraufbereitung lokal in der Wohnung des Beziehers erfolgt, sprich wenn das Wasser über einen Durchlauferhitzer, Heißwasserboiler oder ähnlichem erhitzt wird. Ist dies der Fall hat der Leistungsbezieher Anspruch auf eine Mehrbedarf der unter § 22 SGB geregelt ist.

Was muss ich beim Umzug beachten?

Wer einen Umzug plant, muss dies vorher unbedingt dem Job Center melden. Es wird nämlich eine Genehmigung für den Umzug benötigt. Wird dies nicht eingehalten, kann dies schlimmstenfalls eine Leistungsverweigerung zur Folge haben.

Findet ein Umzug trotzdem ohne Zusage durch das Job Center statt, müssen Wohnungsgröße und die Mietkosten im angemessenen Rahmen liegen. Liegen die Mietkosten über den Richtwert, muss der Überschuss vom Regelsatz selbst bestritten werden.

In den ersten 6 Monaten muss das Job Center aber zunächst auch die erhöhten Mietkosten übernehmen. In diesen 6 Monaten muss sich der Leistungsbezieher entweder eine neue angemessene Wohnung suchen oder nachweisen können, dass alle Bemühungen eine angemessene Wohnung zu finden, gescheitert sind. Ist letzteres der Fall, werden die Mietkosten auch nach Ablauf der 6 Monate weiterhin übernommen.

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2018-04-20T12:09:08+00:00Arbeitslosengeld|

Ein Kommentar

  1. Anne 20. Juli 2018 um 14:09 Uhr - Antworten

    Mein Nachbar hat ein doppelstöckiges Haus. Er wohnt oben, seine Freundin (55) mit Tochter (19) ebenso. Bei der Amt sind Mutter und Tochter Hartz 4 gemeldet. Die untere Wohnung wurde als Mietwohnung der beiden angegeben, obwohl keine Küche und kein Bad vorhanden ist. Warum wird das nicht überprüft?

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