Armutsgrenze

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Was versteht man unter Armutsgrenze?

Wird in Deutschland von der Armutsgrenze gesprochen, dann ist Nettoeinkommen gemeint, unterhalb dessen die Anschaffung von lebenswichtigen Sachen nicht mehr gewährleistet ist.

Dabei sind bereits staatliche Sozialleistungen, wie etwa Wohn- oder Kindergeld, eingerechnet.

Die Zahlen zur Armutsgrenze hängen vom Wohnort sehr stark ab. Dies hängt mit den unterschiedlichen Lebenserhaltungskosten zusammen.

Wie viel Geld hat man im Monat zu Verfügung, wenn man an der Armutsgrenze lebt?

  • Die Armutsgrenze betrug 2017 in Deutschland für einen Single ca. 1064 Euro im Monat
  • Für eine Familie mit zwei Kindern lag die Armutsgrenze 2017 bei ca. 2234 Euro im Monat

Wie viele Menschen in Deutschland leben an der Armutsgrenze?

In Deutschland lebten 2017 ca. 16 Millionen Menschen an der Armutsgrenze und zum Teil bereits unterhalb dieser Grenzlinie. Damit lag die Armutsquote bei 19,7 Prozent. Diese Quote steigt leicht seit Jahren.

Außerdem wächst in Deutschland jedes vierte Kind an oder sogar unterhalb der Armutsgrenze auf. Die Armutsquote bei Kindern liegt bei 19 Prozent.

Die Armutsquote hat sich innerhalb der Gruppe der Rentnern besonders drastisch entwickelt. Derzeit gelten 16,2 Prozent Rentner als arm.

Wie vermeide ich die Armutsgrenze?

Um zu vermeiden, dass man an oder unter die Armutsgrenze rutscht, helfen nur gut geplante, langfristige Maßnahmen.

Dafür muss man sich vor Augen halten, wodurch Armut entsteht und wie man sie für sich selbst verhindert. In der Regel helfen neben einem guten Einkommen auch moderate Lebenshaltungskosten und eine gute Vorsorge.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in der Untersuchung „Einkommensarmut in Deutschland nach Regionen“ festgestellt, dass das Armutsgefälle nicht zwischen Ost und West festzumachen ist. Es verläuft eher zwischen Stadt und Land.

Wer nicht an der Armutsgrenze leben will, sollte deshalb:

  • Eine gute Ausbildung machen. Damit erhöhen sich die Chancen auf einen gut bezahlten Beruf.
  • Beruflich flexibel sein und gute Jobs auch außerhalb der gewohnten Umgebung annehmen.
  • Eher auf das Land ziehen. Hier stimmen noch Mietpreise und Lebenshaltungskosten.
  • Vorsorge für das Alter treffen und neben der gesetzlichen Rente auch mit staatlich geförderter Vorsorge, Betriebsrente und privaten Verträgen vorsorgen.
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