Wohnungsgeld beantragen

Tipps Wohnungsgeld beantragen berechnenSteigende Mieten sorgen dafür, dass Wohnen zum Luxus wird. In gefragten Städten sind Wohnungen im Zentrum oder in angesagten Szenebezirken unerschwinglich geworden.

Wohnungsgeld ist eine Sozialleistung, die man nicht automatisch, sondern immer nur auf Antrag bekommt.

Man muss also zunächst selbst ermitteln, ob man überhaupt einen Anspruch auf Wohnungsgeld hat, und danach auch den Antrag an der richtigen Stelle einreichen. Wie beides geht, und worauf man dabei achten muss, erklären wir einmal ausführlich in unserem Beitrag.

Was ist Wohnungsgeld?

Wohnungsgeld ist eine Sozialleistung. Es wird allen jenen Bürgern gewährt, die nicht genug Geld verdienen, egal ob sie Mieter oder Eigentümer sind. Dieser Aspekt ist wichtig: Wohnungsgeld steht nicht nur Mietern als Mietzuschuss zur Verfügung, sondern auch Wohnungseigentümern.

Der Zuschuss für Wohnungseigentümer wird dann nicht Wohnungsgeld genannt, sondern “Lastenzuschuss”. Er soll helfen, die durch das Wohneigentum anfallenden Kosten etwas abfangen zu können, wenn jemand ein nur geringes Einkommen erhält.

Die Rechtsgrundlagen für das Wohnungsgeld finden sich im gleichnamigen Gesetz, dem WoGG (Wohngeld-Gesetz), Es gehört zum SGB I, und wird dort im § 68 Nr. 10 als Teil des SGB I festgelegt.

Wer bekommt überhaupt Wohnungsgeld?

Hier wird es etwas komplizierter. Einen Anspruch auf Mietzuschuss haben alle Mieter einer Wohnung. Hat der Mieter rechnerisch selbst keinen Anspruch, kann es aber sein dass ein Haushaltsmitglied eventuell einen Anspruch auf Wohngeld geltend machen kann. Es wird dann dem Mieter ausbezahlt.

Als Haushaltsmitglied zählen Ehe- und Lebenspartner, direkte Verwandte, die mit im Haushalt leben und auch Pflegekinder oder Pflegeeltern, die im selben Haushalt leben.

Für den Lastenzuschuss gilt das Gleiche bei selbst genutztem Wohneigentum. Darüber hinaus aber auch dann, wenn man ein sogenanntes “dingliches Recht” am Grundstück hat. Das kann Wohnrecht sein, aber auch Erbbaurecht oder auch der sogenannte Nießbrauch. Es gibt also über die Eigentumswohnung hinaus noch einige Situationen, in denen man ebenfalls Anspruch auf Wohnungsgeld geltend machen kann.

Der Anspruch auf Wohngeld erlischt allerdings, wenn ein “erhebliches Vermögen” vorhanden ist. Im Allgemeinen sind bei Alleinstehenden etwa 60.000 € die Grenze für ein erhebliches Vermögen, bei jedem weiteren Haushaltsmitglied schiebt sich diese Grenze um 30.000 € nach oben. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt sind also erst rund 100.000 € tatsächlich ein “erhebliches Vermögen” im Sinne des Wohngeld-Gesetzes.

Wie berechnet man den Anspruch auf Wohnungsgeld?

Die Berechnung des Wohnungsgelds wird grundsätzlich mithilfe von Formeln vorgenommen, die sich im Wohngeldgesetz finden. Die Berechnung im Detail ist kompliziert, weil viele andere konkurrierende Sozialleistungen mit berücksichtigt werden müssen.

Grundsätzlich sind für den Anspruch auf Wohnungsgeld aber drei Dinge ausschlaggebend:

  • das Einkommen
  • die Anzahl der Mitglieder im Haushalt und
  • die Höhe der Miete oder die Höhe der Kosten für das Wohneigentum

Beim Einkommen genügt es allerdings nicht, den Brutto- oder Nettolohn zu betrachten. Berücksichtigt werden hier alle steuerpflichtigen Einkünfte zuzüglich einiger steuerfreien Einnahmen. Einige besondere Beträge sind außerdem noch hinzuzufügen. Wer selbständig ist, für den zählt der Gewinn aus der selbständigen Neben- und Haupttätigkeit.

Von diesen Beträgen sind wiederum einige Abzüge möglich, etwa 102 € von allen steuerpflichtigen Altersrenten, oder die Kosten für eine Kindertagesbetreuung, wenn die Eltern berufstätig sind.

Bei Familien werden alle Einkommen im Haushalt zusammengezählt, Kindergeld bleibt dabei unberücksichtigt.

Die Obergrenze beim Einkommen liegt bei 830 € für den Einpersonen-Haushalt, bei 1.140 € bei zwei Personen im Haushalt und bei 1.390 € für drei Personen im Haushalt. Beim Vierpersonenhaushalt darf das Gesamteinkommen nicht über 1.830 € liegen.

Diese Personen sind für den Wohngeldzuschuss relevant

Ehepartner oder Lebensgefährten und in der Wohnung lebende Kinder gehören selbstverständlich zum Haushalt. Deshalb zählen sie bei der Entscheidung über den Wohngeldzuschuss mit. Doch es gibt noch einige Besonderheiten bei den Haushaltsmitgliedern. Bei der Zahl wertet der Gesetzgeber zum Beispiel auch im Haushalt lebende Verwandte, die bei anderen Sozialleistungen keine Rolle spielen.

Positiv ist das für Großfamilien. Hier leben oft noch die Großeltern im Haushalt. Gerade sie werden beim Anspruch auf Wohngeldzuschuss gerechnet. Außerdem zählen neben den Verwandten in gerader Linie, wie Eltern und Großeltern, sogar Angehörige im zweiten oder dritten Grad der Seitenlinie. Das können neben den Geschwistern auch Schwäger sein. Die einzige Bedingung ist, dass sie dauerhaft mit in der Wohnung leben. Diese muss also der Mittelpunkt ihres Lebens sein.

Bei der Berechnung der Miete zählen bestimmte Anteile

Bei der Berechnung eines Wohngeldzuschusses werden die reine Kaltmiete sowie die kalten Nebenkosten zugrunde gelegt. Die Heizkosten für die Wohnung spielen beim Anspruch auf einen Wohngeldzuschuss keine Rolle.

Kalte Nebenkosten sind etwa die in der Betriebskostenabrechnung enthaltenen Posten für Abwasser- und Müllbeseitigung, die Gebühren für den Schornsteinfeger und die anteilige Grundsteuer sowie Wasserkosten. Bei den Wassergebühren ist es egal, ob sie an die Wasserwerke gezahlt werden oder an den Vermieter.

Berechnung von Wohnungsgeld durchführen lassen

In der Regel erhalten sie einigermaßen korrekte Berechnungen auch bei vielen Wohngeldrechnern im Internet. Man kann aber den Anspruch auch an vielen Stellen berechnen lassen.

Da die Berechnung allerdings komplex ist, ist es ratsam, einfach einen Antrag zu stellen. Nach einer Bearbeitungszeit von rund drei bis sechs Wochen ist die Bearbeitung abgeschlossen und Sie erhalten Bescheid ob und wie viel Wohngeld Sie bekommen.

Wer Transferleistungen erhält, hat keinen Anspruch auf Wohnungsgeld. Darunter versteht man das Arbeitslosengeld I, auch als Hartz IV bekannt, sowie Sozialgeld. In diesen Leistungen sind die Wohnkosten bereits abgedeckt. Zusätzliches Geld zum Wohnen gibt es deshalb nicht. Auch Bafög-Empfänger bleiben beim Wohngeld außen vor.

Wie und wo wird der Antrag gestellt?

Einen Antrag können Sie auf der Wohngeldstelle der Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltung stellen. Sie können in den meisten Fällen auch ein formloses Schreiben an diese Stellen richten, in dem Sie Wohnungsgeld beantragen. Als Berechnungszeitpunkt für den Wohngeldbezug gilt dann das Datum des Schreibens, den Antrag zum Ausfüllen bekommen Sie dann zugeschickt.

An Unterlagen sollten Sie auf jeden Fall bereithalten:

  • den ausgefüllten Antrag
  • eine Mietbescheinigung (die der Vermieter ausstellen muss, und der Größe und Baujahr des Wohnraums enthalten muss)
  • Mietvertrag (oder Mietquittung)
  • eine Meldebestätigung
  • eine Verdienstbescheinigung vom Arbeitgeber sowie weitere Einkommens- und Kostennachweise (BaföG, Kindergeldbescheid, Darlehensverträge, Rentenbescheide, Lebensversicherungen, Pflegegeldnachweise,…)

Die Genehmigung erfolgt zunächst für die folgenden 12 Monate, danach können Sie einen Wiederholungsantrag oder Weiterbewilligungsantrag stellen.

Sollten sich die Einkommensverhältnisse verschlechtern, oder die Miete um mehr als 15 % erhöhen, kann in dieser Zeit auch ein Erhöhungsantrag gestellt werden. Umgekehrt muss man die Wohngeldbehörde aber auch immer informieren, wenn sich das eigene Einkommen erhöht. Bei einer Erhöhung um mehr als 15 % ist die Meldung Pflicht.

Fazit

Wohnungsgeld kann in vielen Fällen durchaus eine spürbare Entlastung bringen, und gerade bei Familien mit geringen Einkünften besteht recht oft ein Anspruch. Einen Antrag zu stellen, erscheint zunächst einmal recht aufwändig. Ist er aber einmal gestellt, sind die Folgeanträge in der Regel recht wenig aufwändig. Lohnend ist es fast immer. Immerhin bedeutet es, für ein wenig Zeitaufwand regelmäßig Geld zu bekommen.

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2017-06-26T16:35:49+00:00 Tipps|

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