Welche Einkommensgrenze gibt es beim Wohngeld?

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©shutterstock – Dim Tik

Etwas mehr als 1 % aller deutschen Haushalte bekommen Wohngeld, Anspruch hätten vermutlich aber noch viel mehr.

Die Wohngeldberechnung ist aber kompliziert, und in vielen Fällen gibt es Unsicherheit darüber, wie hoch das Einkommen überhaupt sein darf.

Unser Beitrag erklärt deshalb einmal umfassend, welche Einkommensgrenzen für das Wohngeld gelten.

Wessen Gehalt spielt beim Wohngeld und der Einkommensgrenze eine Rolle?

Für die Wohngeldberechnung wird immer der gesamte Haushalt betrachtet.

Das bedeutet, dass selbst wenn der Hauptmieter oder Eigentümer für sich genommen keinen Anspruch auf Wohngeld hat ein Anspruch dennoch bestehen kann, wenn zumindest ein Haushaltsmitglied anspruchsberechtigt wäre.

Als Haushaltsmitglieder werden gewertet:

  • Ehepartner (solange sie nicht dauernd getrennt leben)
  • Lebenspartner in eheähnlichen Gemeinschaften
  • alle Verwandten in geraden Linien UND in Seitenlinie bis zum dritten Grad
  • Pflegekinder und Pflegeeltern

Dabei muss es sich allerdings um eine Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft handeln, das heißt die zusammen wohnenden Personen müssen tatsächlich auch finanziell einen gemeinsamen Haushalt führen.

Kinder, die nach einer Scheidung abwechselnd bei beiden Elternteilen leben, können bei beiden Elternteilen berücksichtigt werden, wenn sie auch tatsächlich annähernd gleich viel Zeit bei beiden Elternteilen verbringen.

Für die Wohngeldberechnung ist dann das Einkommen jedes einzelnen Haushaltsmitglieds zu berücksichtigen.

Einkommensgrenze fürs Wohngeld nach Mietstufen

Ermitteln Sie erst die Mietstufe Ihrer Stadt oder Gemeinde. Zu welcher Mietstufe Sie gehören, finden Sie hier.

Mietstufe 1

  • 1 Haushaltsmitglied = monatliche Einkommensgrenze 855 €
  • 2 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1166 €
  • 3 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1427 €
  • 4 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1909 €
  • 5 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2177 €
  • 6 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2480 €
  • 7 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2692 €
  • 8 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 3001 €

Mietstufe 2

  • 1 Haushaltsmitglied = monatliche Einkommensgrenze 892 €
  • 2 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1216 €
  • 3 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1483 €
  • 4 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1970 €
  • 5 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2244 €
  • 6 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2547 €
  • 7 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2763 €
  • 8 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 3080 €

Mietstufe 3

  • 1 Haushaltsmitglied = monatliche Einkommensgrenze 923 €
  • 2 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1262 €
  • 3 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1534 €
  • 4 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2023 €
  • 5 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2304 €
  • 6 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2607 €
  • 7 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2825 €
  • 8 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 3152 €

Mietstufe 4

  • 1 Haushaltsmitglied = monatliche Einkommensgrenze 955 €
  • 2 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1307 €
  • 3 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1585 €
  • 4 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2075 €
  • 5 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2362 €
  • 6 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2664 €
  • 7 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2885 €
  • 8 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 3218 €

Mietstufe 5

  • 1 Haushaltsmitglied = monatliche Einkommensgrenze 986 €
  • 2 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1350 €
  • 3 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1635 €
  • 4 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2127 €
  • 5 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2419 €
  • 6 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2720 €
  • 7 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2942 €
  • 8 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 3282 €

Mietstufe 6

  • 1 Haushaltsmitglied = monatliche Einkommensgrenze 1010 €
  • 2 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1384 €
  • 3 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 1673 €
  • 4 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2166 €
  • 5 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2461 €
  • 6 Haushaltsmitglieder = monatliche Einkommensgrenze 2763 €

Wie wird die Einkommensgrenze fürs Wohngeld berechnet?

Das Jahreseinkommen eines Arbeitnehmers ist für die Wohngeldberechnung nicht einfach das Jahreseinkommen auf dem Steuerbescheid.

Für die Wohngeldberechnung müssen noch einzelne Beträge addiert werden, dafür dürfen dann auch andere abgezogen werden.

Schritt 1: Die Summe der Einkünfte

Zunächst wird der Berechnung die Summe der Einkünfte zugrundegelegt. Arbeitnehmer können dafür ihre Jahreslohnbestätigung verwenden und alle pauschal besteuerten Beträge (d.h. solche, für die laut Lohnzettel Steuern bezahlt werden müssen) addieren.

Die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bleiben dabei unberücksichtigt, es geht nur um die Einkünfte (also praktisch der Netto-Lohn).

Schritt 2: Steuerfreie Einnahmen hinzuzählen

Zuschläge für Sonntags- Feiertags und Nachtarbeit müssen mit eingerechnet werden, ebenso der Sparer-Pauschalbetrag. Des weiteren müssen alle steuerfreien Sonderzahlungen, Gratifikationen oder ähnliche Bezüge, die nur einmal jährlich ausgezahlt werden ebenfalls addiert werden.

Hinzugerechnet werden müssen auch noch steuerfreie Bezüge aus sogenannten Versorgungsansprüchen:

  • Wartegelder
  • Witwen- und Waisengelder
  • Ruhegelder
  • Hinterbliebenenrenten
  • Kriegsrenten
  • Wehr- oder Zivildienstbeschädigtenrenten.

Weitere steuerfreie Leistungen, die ebenfalls noch hinzugerechnet werden müssen, sind:

  • alle Rentenabfindungen
  • Beitragserstattungen
  • Leistungen aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen, -Kapitalabfindungen und
  • Ausgleichszahlungen

Renten wegen einer Erwerbsunfähigkeit oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit müssen natürlich ebenfalls berücksichtigt werden genauso wie eine bezogene Unterhaltshilfe (nach dem Lastenausgleichsgesetz) und Einnahmen aus dem Flüchtlingshilfegesetz.

Schritt 3: Krankenleistungen und Unterhaltsleistungen (sofern bezogen) hinzurechnen

Das sind bezahlte Krankentagegelder und die Beträge, die der Arbeitgeber an eine betriebliche Altersvorsorge bezahlt. Für Unterhaltsleistungen und Unterhaltsvorschüsse gilt das Gleiche.

Was muss man bei der Einkommensgrenze und Wohngeld nicht berücksichtigen?

Was nicht als Einkommen im WoGG zählt sind alle Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung (soweit sie den Wohnraum betreffen, für den Wohngeld beantragt wird) und Kostgeld. Diese beiden Posten brauchen Sie zum Jahreseinkommen nach dem WoGG also nicht hinzurechnen.

Damit haben Sie das für das Wohngeld definierte Jahreseinkommen fast ermittelt – als nächstes erfolgen dann die erlaubten Abzüge.

Was darf man vom Jahreseinkommen abziehen?

Abgezogen werden dürfen:

  • Freibeträge für pflegebedürftige Personen im Haushalt
  • Abzugsbeträge für Unterhaltsleistungen, die man leistet
  • Pauschalen für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge

Für jedes schwerbehinderte Haushaltsmitglied mit einem Behindertengrad von 100 oder mit einer geringeren Behinderung und gleichzeitiger Pflegebedürftigkeit dürfen 1.500 Euro abgezogen werden.

Wenn ein Haushaltsmitglied allein mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren Wohraum gemeinsam bewohnt und für das Kind entweder Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung bezogen wird, dürfen 1.320 Euro vom Jahreseinkommen abgezogen werden.

Bei Kindern unter 25, die selbst erwerbstätig und Haushaltsmitglieder sind darf ein Betrag in der Höhe der eigenen Einnahmen, höchstens aber von 1.200 Euro vom Jahreseinkommen abgezogen werden.

Wohnt ein Haushaltsmitglied, für das man unterhaltspflichtig ist, wegen seiner Berufsausbildung auswärts, dürfen 3.000 Euro vom Jahreseinkommen abgezogen werden. Bei Unterhaltspflichten für einen früheren Ehepartner oder Lebenspartner dürfen 6.000 Euro vom Jahreseinkommen abgezogen werden. Für alle weiteren Personen, für die man unterhaltspflichtig ist, darf man ebenfalls 3.000 Euro vom Jahreseinkommen abziehen.

Wenn im Bewilligungszeitraum Einkommenssteuern oder Pflichtbeiträge vom Antragsteller an die gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung oder Rentenversicherung zu leisten sind, dürfen jeweils 10 % des Jahreseinkommens abgezogen werden.

Wie wird beim Wohngeld das Jahreseinkommen für Selbständige errechnet?

Bei Selbständigen wird das Jahreseinkommen aus dem erzielten Gewinn berechnet. Zu beachten ist allerdings, dass nur der überhaupt Anspruch hat, der aus seiner selbständigen Tätigkeit genug erwirtschaftet, dass ein gewisses Mindesteinkommen überhaupt gegeben ist, mit dem man für seinen Lebensunterhalt ausreichend aufkommen kann.

Als Mindesteinkommen ist definiert:

  • Regelsatz für die Sozialhilfe (aktuell 409 Euro) + Miete + Nebenkosten = Mindesteinkommen. Ab 2018 gelten dann 416 Euro als Regelsatz
  • Würde die Miete sogar noch das Einkommen übersteigen, wird ein Antrag grundsätzlich abgelehnt.

Zählt vorhandenes Vermögen beim Wohngeld?

Wer sehr viel Geld auf die hohe Kante gelegt hat, fällt beim Wohngeld durch. Der Gesetzgeber formuliert das so: “wenn die Inanspruchnahme wegen erheblichen Vermögens missbräuchlich wäre”.

Das ist allerdings in der Regel nur der Fall, wenn bei Alleinstehenden über 60.000 Euro Vermögen vorhanden sind, bei jedem weiteren Haushaltsmitglied erhöht sich dieser Betrag um weitere 30.000 Euro. Bei den meisten, die Wohngeld beantragen, werden die Freibeträge also wohl kaum ausgeschöpft sein.

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