Wissenswertes Was ist HeimarbeitOb man nun als Angestellter von zu Hause aus arbeitet oder sich mit seiner Heimarbeit selbstständig gemacht hat, es gibt verschiedene Möglichkeiten in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Vor- und Nachteile beider Arten lesen Sie im Folgenden.

Seriöse Heimarbeit umfasst alle Arten gewerblicher und industrieller Hand- und Maschinenarbeit, die von Arbeitern in ihren Wohnungen oder ihren eigenen Arbeitsräumen gegen einen Lohn ausgeführt wird. 

 

Arten der Heimarbeit

Zu den typischen Tätigkeiten gehören die Herstellung, Bearbeitung, Verarbeitung und Verpackung von Waren. Ursprünglich galt seriöse Heimarbeit besonders für Frauen, kranke oder behinderte Menschen als Möglichkeit am Erwerbsleben teilzunehmen.

Heute wird sie von vielen Menschen gerne genutzt. Es existieren zwei verschiedene Arten von Heimarbeit. Zum Einen die selbstständige und zum Anderen die unselbstständige Heimarbeit.

Die unselbstständige Heimarbeit

Ist man in unselbstständiger Heimarbeit tätig, erhält man seine Aufträge durch einen Arbeitgeber. Aufträge werden meist per Email oder Telefon erteilt. Manchmal werden durch den Arbeitgeber auch Materialien an den Arbeitnehmer geliefert, die dieser für seine Arbeit benötigt.

Hat der Arbeitnehmer seinen Auftrag erledigt, schickt er seine Arbeit entweder mit der Post oder per Email an den Arbeitgeber. Durch den Arbeitnehmer angefertigte Produkte werden meist durch den Arbeitnehmer abgeholt.

Die Bezahlung ist ein wenig schwieriger. Für den Arbeitgeber gibt es kaum Möglichkeiten zu kontrollieren, wie viel Arbeitszeit der Heimarbeiter tatsächlich mit der Erledigung seiner Aufgaben verbringt. Aus diesem Grund wird häufig ein Stücklohn vereinbart. Das bedeutet für den Heimarbeiter natürlich, dass er seine Arbeit in seinem eigenen Tempo erledigen kann.

Werden größere Aufträge entgegengenommen, sollte er diese natürlich auch in der vorgesehenen Zeit erledigen können. Man sollte sich also bewusst sein, wie viel Zeit man für bestimmte Arbeiten benötigt.

Die selbstständige Heimarbeit

Bei der selbstständigen Heimarbeit ist der Arbeiter sein eigener Arbeitgeber. Er kann zum Beispiel Leistungen für einen Kundenstamm anbieten. Dann muss er ähnlich wie bei der unselbstständigen Heimarbeit auf einen Auftrag warten.

Allerdings gehört zu seinen Aufgaben dann nicht nur die Erledigung des Auftrags. Er muss auch Werbung für seine Tätigkeit machen und seinen Kundenstamm pflegen. Alles liegt in seiner eigenen Verantwortung: die Erstellung von Rechnungen, Annahme und Bearbeitung von Aufträgen, etc. Selbstständige Heimarbeit kann sehr arbeitsintensiv sein.

Wer seriöse Heimarbeit nicht über feste Aufträge oder Bestellungen, sondern auf eigene Rechnung ausführt, ist ein Hausgewerbebetreibender. Hausgewerbebetreibende verkaufen ihre Produkte entweder selbst bei Verkaufsparties (MLM) oder über Verkaufsorganisationen. Das ist zum Beispiel beim Network Marketing der Fall.

Zu den beliebten selbstständigen Tätigkeiten in Heimarbeit gehört aber nicht nur der Verkauf von Produkten. Leute, die Spaß an der Konzeption von Texten haben, können Texte schreiben und diese dann verkaufen. Das kann man entweder auf einen Auftrag hin tun oder seine Texte über so genannte Content Börsen einem größeren Publikum zum Verkauf anbieten.

Überprüfbarkeit der Heimarbeit

Auch Heimarbeit muss angemeldet werden. Ein Arbeitgeber beachtet diese rechtlichen Formalitäten sehr genau. Leider gibt es in diesem Bereich jedoch einige Anbieter, die sehr unseriös arbeiten und dadurch die gesamte Branche in Verruf bringen.

Der Arbeiter hat detailliert Buch zu führen über seine Arbeit und seine Entgelte. Diese Angaben müssen jederzeit von Behörden nachvollzogen werden können. Sie ist wie jede andere Arbeit gesetzlich geregelt. Welche Rechte und Pflichten ein Arbeitnehmer in Heimarbeit beachten muss, kann er im Heimarbeitsgesetz nachlesen. Bevor man sich entschließt in Heimarbeit tätig zu werden, sollte man sich auf jeden Fall gründlich informieren.

Voraussetzungen für die Heimarbeit

Heimarbeit VoraussetzungenViele Menschen würden sich einen Heimarbeitsjob wünschen, aber steht ihnen überhaupt ein Arbeitsraum zur Verfügung?

Die Arbeit im Wohnzimmer oder der Küche ist doch wohl eher unprofessionell…

In Anzeigen für Heimarbeitsjobs wird häufig damit geworben, dass für den Job keine Voraussetzungen nötig sind. Das ist so aber nicht ganz richtig.

Räumliche Voraussetzungen für den Heimarbeitsjob

Wenn Sie von zu Hause arbeiten möchten, dann sollte Ihnen ein ruhiger und ausreichend großer Arbeitsraum zur Verfügung stehen. Ein Heimarbeitsjob bedeutet nur dann wenig Stress, wenn die Voraussetzungen für Heimarbeit stimmen. Einige Heimarbeitsjobs benötigen spezielle räumliche Voraussetzungen:

  • Manche Arbeitgeber verlangen einen eigenen abschließbaren Raum, der eventuell auch abschließbare Schränke enthält. Möglicherweise arbeiten Sie mit sensiblen Dokumenten. Diese müssen natürlich vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden.
  • Für Schreibarbeiten und Bürotätigkeiten benötigen Sie ebenfalls ein Arbeitszimmer und auch eine Büroausstattung: Ein Arbeitstelefon, PC, Drucker, Kopierer, etc. Nicht immer ist der Arbeitgeber bereit, diese zur Verfügung zu stellen.
  • Wenn Sie einem Heimarbeitsjob im handwerklichen Bereich nachgehen, benötigen Sie vielleicht einen Raum in einer Werkstatt. Vielleicht müssen Sie bei Ihrer Arbeit mit Chemikalien umgehen, die gesundheitsschädlich sind. In diesem Fall sollte Ihr Arbeitsraum gut zu lüften und möglichst nicht Teil Ihrer Wohnung sein.

Persönliche Voraussetzungen für den Heimarbeitsjob

Sie sollten sicher sein, dass Sie genug Zeit besitzen, um dem Heimarbeitsjob nachgehen zu können. Wenn Sie einen größeren Auftrag annehmen, den Sie dann vielleicht nicht bewältigen können, kann es Ihnen passieren, dass Sie mit Strafen wegen Vertragsbruch belegt werden. Viele Arbeitgeber legen deshalb auch Wert darauf, dass Ihre Angestellten volljährig sind, denn nur dann können Sie bindende Verträge unterschreiben.

Zu den wichtigen Voraussetzungen für einen Heimarbeitsjob gehört, dass Sie fähig sind, sich selbst zu motivieren. Im Heimarbeitsjob sind Sie weitestgehend Ihr eigener Herr. Sie können sich Ihre Zeit frei einteilen und so viele oder so wenige Aufträge annehmen, wie Sie möchten. Wenn Sie Geld verdienen wollen, dann müssen Sie in der Lage sein, Ihren inneren Schweinhund zu überwinden.

Fachliche Voraussetzungen für den Heimarbeitsjob

Es gibt Heimarbeitsjobs, die von ungelernten Hilfskräften verrichtet werden können. Es gibt aber auch Heimarbeitsjobs, für die Sie gewisse Qualifikationen benötigen. Normalerweise wird diese Art der Heimarbeitsjobs besser bezahlt.

Manche Arbeitgeber führen regelrechte Assessment Center durch, bevor Sie einen Bewerber einstellen. Wenn Sie sich für einen solchen Heimarbeitsjob bewerben, müssen Sie sich darauf gefasst machen, dass Ihr Wissen geprüft wird.

Manchmal ist nicht unbedingt Fachwissen gefragt, aber für den Job werden bestimmte Talente und Fähigkeiten benötigt. Wenn Sie im Heimarbeitsjob einer Verkaufstätigkeit nachgehen, sollten Sie in der Lage sein, Verkaufsgespräche zu führen.

Wenn Sie Montage- oder Bastelarbeiten durchführen, sollten Sie ein gewisses handwerkliches Geschick besitzen. Nur wenn Ihnen die Arbeit liegt, die Sie machen, kann sie Ihnen auch Spaß machen. Sie wollen bestimmt nicht so viele Stunden Ihres Lebens für einen Heimarbeitsjob verschwenden, den Sie nicht richtig beherrschen und der Ihnen überhaupt keinen Spaß bereitet.

Steuer und Versicherung im Heimarbeitsjob

Vieles ist bei den Steuern und Versicherungen zu beachten. Sie sollten sich vor Beginn einer Beschäftigung genau informieren, wie viel Geld Sie in einer Nebenbeschäftigung verdienen dürfen. Hilfreich sind vielleicht die folgenden Hinweise:

  • Wenn Sie nur bis zu 450 € verdienen, müssen Sie keine Steuern bezahlen.
  • Bei selbstständiger Tätigkeit müssen Sie sich selbst versichern.
  • Wenn die Einkünfte Ihrer Nebentätigkeit die Einkünfte Ihrer Hauptbeschäftigung überschreiten, müssen Sie damit rechnen, dass Steuern und Versicherungen für Sie teurer werden.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Heimarbeitsjob überhaupt ist ein seriöser Arbeitgeber. Es ist nicht so schwer, einen seriösen Arbeitgeber zu erkennen, wenn man weiß, wonach man suchen soll.

Das Heimarbeitsgesetz

Wissenswertes das HeimarbeitsgesetzSeit 1951 sind Sie auch als Heimarbeiter vor der Willkür der bösen Arbeitgeber geschützt. Jetzt haben Sie einen Urlaubsanspruch, obwohl Heimarbeit doch fast so etwas wie Urlaub ist.

Alle Arten von Arbeitsverhältnissen sind in Deutschland speziell geregelt. Gerade Heimarbeiter benötigen einen besonderen Schutz durch den Gesetzgeber, da es für den Arbeitgeber relativ einfach ist, sich über arbeitsrechtliche Bestimmungen hinwegzusetzen.

Wer fällt unter das Heimarbeitsgesetz?

Als Heimarbeiter gilt jemand, der erwerbsmäßig von zu Hause oder einem selbstgewählten Arbeitsplatz aus einer Beschäftigung nachgeht, für die er entlohnt wird.

Zu den Arbeitgebern gehören öffentlich-rechtliche Körperschaften, gewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen. Die Arbeitsergebnisse werden dabei komplett vom Arbeitgeber verwertet.

Laut Heimarbeitsgesetz ist der Heimarbeiter nicht dazu verpflichtet, seine Arbeitsergebnisse selbst zu verkaufen, um sich dadurch seinen Lohn zu verdienen. Ob sich der Heimarbeiter Hilfs- und Rohstoffe selbst beschafft, ist nicht geregelt. Eine solche Regelung muss vertraglich festgelegt werden.

In dieser Form der unselbstständigen Heimarbeit befindet sich der Heimarbeiter in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis und hat daher Anspruch auf bestimmte Leistungen, die im Heimarbeitsgesetz geregelt sind.

Welche Leistungen stehen dem Heimarbeiter laut Heimarbeitsgesetz zu?

Im Prinzip stehen dem Heimarbeiter laut Heimarbeitsgesetz die gleichen Leistungen zu, die jedem Arbeitnehmer zustehen. Das Heimarbeitsgesetz besagt, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, den Heimarbeiter ordnungsgemäß für seine Arbeit zu entlohnen.

Außerdem hat der Heimarbeiter auch Anspruch auf Urlaub und für werdende Mütter ist ein Mutterschutz vorgesehen. Grundsätzlich steht dem Heimarbeiter laut Heimarbeitsgesetz auch ein Feiertagsgeld zu, das jedoch steuerpflichtig ist.

Außerdem besteht ein Anrecht auf einen Sonderzuschlag zur wirtschaftlichen Absicherung im Krankheitsfall sowie Heimarbeits- und Unkostenzuschläge.

Der Gesetzgeber gewährt dem Heimarbeiter steuer- und sozialversicherungsfreie Zuschläge, wenn sie 10 % des Grundgehalts nicht übersteigen. Diese Zuschläge werden dem Heimarbeiter gewährt, damit er seine zusätzlichen Kosten wie Gerätschaften, Miete, Heizkosten, etc. abdecken kann.

Ordnungsgemäße Entlohnung laut Heimarbeitsgesetz

Es existieren so genannte Heimarbeitsausschüsse, die allgemeinverbindliche Mindestentgelte für alle Bereiche der Heimarbeit festlegen. Die Entlohnung kann aber auch durch einen Tarifvertrag geregelt werden. Diese festgelegten Mindestentgelte sind absolut verbindlich und dürfen in keinem Fall unterschritten werden.

Heimarbeitslisten nach dem Heimarbeitsgesetz

Wer Heimarbeit vergibt oder als Zwischenmeister weitergibt, hat darüber Listen zu führen. Hier sind jeweils für ein Kalenderhalbjahr alle Beschäftigten einzutragen, auch wenn sie nur geringfügig beschäftigt waren.

Das Heimarbeitsgesetz besagt, dass diese Listen gut sichtbar im Ausgaberaum auszuhängen haben. Zu bestimmten Daten ist der Arbeitgeber oder Zwischenmeister verpflichtet, diese Listen dem Gewerbeaufsichtsamt zur Verfügung zu stellen.

Aufklärung über die Unfall- und Gesundheitsgefahren gemäß dem Heimarbeitsgesetz

Das Heimarbeitsgesetz sieht vor, dass der Arbeitgeber seine Heimarbeiter vor Beginn ihrer Tätigkeit über alle Unfall- und Gesundheitsgefahren aufzuklären hat, die im Rahmen ihrer Arbeit relevant sind.

Darüber hinaus sind die Heimarbeiter auch über Maßnahmen zur Abwendung der Gefahren zu unterrichten. Die Heimarbeiter müssen laut Heimarbeitsgesetz schriftlich bestätigen, dass sie umfassend aufgeklärt worden sind. Diese Aufklärung dient nicht nur dem Schutz der Heimarbeiter, sondern auch der Absicherung des Arbeitgebers im Schadensfall.

Entgeltverzeichnisse laut Heimarbeitsgesetz

Da der Arbeitgeber verpflichtet ist, seine Heimarbeiter ordnungsgemäß zu entlohnen. Aus diesem Grunde sind Entgeltverzeichnisse gut sichtbar in den Ausgaberäumen aufzuhängen. Hier wird ganz genau aufgeführt, welchen Stücklohn der Arbeiter zu erwarten hat.

Kann ein Stücklohn nicht angegeben werden, ist eine andere sinnvolle Berechnungsgrundlage zu wählen. Auch die Heimarbeiter sind laut Heimarbeitsgesetz verpflichtet, Entgeltbücher zu führen, die ihnen der Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung stellen muss. Hier werden die Ausgabe und die Abgabe der Heimarbeit eingetragen. Es muss genau angegeben werden, welcher Art die Arbeit war und welchen Umfang sie hatte.

Heimarbeit ist sozialversicherungs- und steuerpflichtig wie jede andere Arbeit auch. Die Bücher sind zu führen, damit der Gesetzgeber Schwarzarbeit vorbeugen kann.

Es empfiehlt sich grundsätzlich sich erst dann auf Heimarbeit einzulassen, wenn Sie sich über alle Rechte und Pflichten bewusst sind, die Sie persönlich betreffen könnten.

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