Geld verdienen als Usability TesterUnsere Welt macht gerade eine digitale Transformation durch, sodass der Durst nach frischer Software für allerlei Geräte und Anwendungsmöglichkeiten steigt.

Da Software im Endeffekt aber von Menschen bedient werden und korrekt funktionieren muss, steigt die Nachfrage nach Usability-Testern ebenso rasch an.

Viele Firmen beschäftigen dazu längst nicht mehr nur eigene Mitarbeiter, sondern rekrutieren User aus der Crowd, um Softwareprodukte gezielt auf Herz und Nieren zu prüfen. Eine Arbeit, die sich für technikaffine User in jedem Fall lohnt, da sie in der Regel aus dem Homeoffice erledigt werden kann.

Was ist Usability überhaupt?

Bevor wir uns aber Punkten wie dem möglichen Verdienst widmen, möchten wir kurz den Begriff der Usability umreißen und erläutern, warum es für Softwareunternehmen so wichtig ist, dass diese bei ihren Produkten möglichst hoch ist.

Usability beschreibt im Grunde die Benutzerfreundlichkeit einer Software. Da es sich dabei um ein weiches Testkriterium handelt, ist diese durch einfache branchenübliche Testverfahren, wie Blackbox- und Whiteboxtests nicht zu messen. Beim Usability-Test stehen folglich ergonomische Aspekte im Vordergrund, die nicht automatisiert überprüft werden können, da sie von der Wahrnehmung des Menschen abhängig sind.

Dazu gehört neben der optischen Bewertung des Designs auch die User-Führung, die dem Nutzer die intuitive Bedienung ermöglichen soll. Zum Aufgabenfeld des Usability-Testers zählt dabei auch die Überprüfung von Rückmeldungen seitens einer Software, die sie bei einem speziellen Nutzerverhalten offenbart. Im Kern betrifft dies vor allem die Reaktion auf die fehlerhafte Bedienung oder falsche Eingaben, um die Stabilität der Software durch eine korrekte Fehlerbehandlung auch in diesem Umfeld sicherzustellen.

Warum Usability-Tests so wichtig sind, liegt auf der Hand, denn gerade bei Softwareprodukten kommt es auf die Nutzerfreundlichkeit, sprich die Bedienbarkeit an. Jeder, der schon einmal Probleme mit unerwünschten Bugs, Systemabstürzen und kompliziert zu bedienenden Softwaresystemen hatte, wird diesem Punkt ohne Weiteres zustimmen.

Usability-Tester helfen also dabei, eine Software so zu gestalten, dass sie sich aus Nutzersicht optimal bedienen lässt, was sich natürlich auch positiv auf die Verkaufszahlen auswirkt und damit für beide Seiten eine Win-win-Situation darstellt.

Wie funktioniert ein Usability-Test?

War es bis vor wenigen Jahren noch so, dass in der Softwarebranche die Meinung vorherrschte, dass nur Entwickler die Usability einer Software korrekt und kompetent bewerten können, so hat sich dieses Paradigma heute grundlegend gewandelt. Schuld daran ist nicht zuletzt das Internet, wodurch auch die Kosten für Usability-Test, die durch reale Nutzer durchgeführt werden, massiv gesunken sind.

Dass ein normaler User die Usability einer Software aus einer gänzlich anderen Perspektive beurteilt als ein Entwickler ist klar, denn schließlich hat er die Software nicht geplant und soll sich intuitiv darin zurechtfinden.

Heute ist es dementsprechend häufig der Fall, dass Usability-Tester nicht mehr in Testlabors der Softwareschmieden arbeiten, sondern quer über den Globus verteilt an ihren eigenen Rechnern sitzen. Ihre Aufgabe kann entweder darin bestehen, die Software allgemein zu bewerten oder aber konkrete Aufgabenlisten abzuarbeiten.

Dabei kann es sich zum Beispiel um den Test einer konkreten Softwarekomponente handeln, die durch den Tester mit verschiedenartigem User-Verhalten konfrontiert wird. Dabei wird das Verhalten des Testers ebenso aufgezeichnet wie das Verhalten der Software auf dem Bildschirm.

Ziel ist es, Fehler im Programm zu finden und zu reproduzieren. Anschließend werden die Daten an den Entwickler gesendet, der diese dazu nutzt, Fehler zu beheben und die Bedienung zu optimieren.

Welche Varianten von Usability-Tests gibt es?

Usability Test VariantenUsability-Tests sind ebenso vielfältig wie die Bandbreite der zu überprüfenden Softwaresysteme. Die häufigste Form ist das Crowd-Testing, bei der eine Gruppe von 15-20 Testern damit beauftragt wird, bestimmte Aspekte einer Software nach vorgegebenen Plänen abschnittsweise unter die Lupe zu nehmen.

Neben der Abgabe der eigenen Meinung gehört auch die Äußerung von Wünschen hinsichtlich fehlender Funktionen oder im Bezug auf Verbesserungsvorschläge zu den zentralen Elementen des Crowd-Testings. Eine weitere Erscheinungsform sind die sogenannten Benchmark-Tests. Bei diesen Tests stellen die Entwickler Bewertungskriterien auf, deren Erfüllung sie von der Software erwarten.

Die Aufgabe der Usability-Tester ist es dann, zu überprüfen, ob diese Zielkriterien überhaupt erreicht werden können, beziehungsweise in welchem Umfang sie erreicht werden. Dazu gehört beispielsweise die Überprüfung, wie lange es dauert, bis ein Nutzer eine Bestellung in einem Shop-System abgeschlossen hat oder welche Funktionen im Allgemeinen besonders häufig genutzt werden.

In manchen Fällen werden auch aufwändigere Eyetracking-Tests durchgeführt, bei denen mit Hilfe von Sensoren die Blickführung der User analysiert wird, sodass die Software dahingehend angepasst werden kann. Da diese Art von Usability-Test natürlich sehr aufwändig ist, werden diese Tests in eigens eingerichteten Testlaboren der Softwarefirmen durchgeführt und dementsprechend höher vergütet.

Wie läuft ein Usability-Test konkret ab?

Wie ein Usability-Test konkret abläuft, hängt von dem zu testenden System ab. In der Regel bekommt der Tester einen Link zu einer überprüfenden Website respektive für den Download der zu prüfenden Software. Zusätzlich ist die Installation eines Aufzeichnungstools notwendig, dessen Daten an den Entwickler übermittelt werden.

Ist die Software installiert, folgt schließlich ein Briefing, in dem der Tester erfährt, welche Aufgaben er wie zu erledigen hat. Nach 10-60 Minuten ist ein solcher Test meist beendet, sodass die aufgezeichneten Daten inklusive einem individuellen Feedback an die Entwickler zurückgesendet werden. Nach der Überprüfung der Daten folgt schlussendlich die Entlohnung.

Was kann ich als Usability-Tester verdienen?

Die Höhe des Verdienstes hängt stark vom Aufwand ab, der mit einem Usability-Test verbunden ist. Die Spanne reicht dabei von pauschal abgerechneten Aufträgen bis hin zu einer stundenbasierten Bezahlung. Unserer Erfahrung nach können Usability-Tester mit einer Vergütung von ca. 8 bis 40 Euro pro Stunde rechnen, womit diese Form der Heimarbeit deutlich lukrativer ist als die meisten anderen Varianten.

Allerdings sollte bei allem Eifer nicht vergessen werden, dass auch diese Einkünfte unter Umständen auch in der Steuererklärung anzugeben sind. Die Auszahlung erfolgt bei den Agenturen üblicherweise per Überweisung auf ein hinterlegtes Bankkonto, via Paypal oder über Konsumgutscheine für bekannte Händler wie Amazon, Zalando oder Otto.

Wie kann ich Usability-Tester werden?

Das Angebot an Agenturen, die sich auf die Vermittlung von Usability-Testern spezialisiert haben, ist mittlerweile recht groß, sodass jeder potenzielle Interessent genügend Möglichkeiten findet, die Arbeit als Usability-Tester auszuprobieren. Beispielhaft zu nennen sind Anbieter wie:

  • Usability.de
  • Scoreberlin.de
  • Nutzerbrille.de
  • rapidusertests.com
  • testbirds.com
  • Uinspect.me
  • usertesting.com
  • applause.de
  • Loop11.com
  • Testcloud.io
  • Userzoom.de

Fazit

Jeder, der ein wenig technikaffin ist und sich mit seriöser Heimarbeit etwas hinzuverdienen möchte, sollte sich die Tätigkeit als Usability-Tester einmal genauer anschauen. Attraktiv ist die Tätigkeit nämlich nicht nur aufgrund des vergleichsweise hohen Verdienstes, sondern auch durch das Bewussten, einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung einer Software zu leisten.

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