Tipps Steuer Identifikationsnummer beantragenIm Behörden- und Verwaltungsdschungel Deutschland gibt es eine Nummer, über die viele nicht besonders gut Bescheid wissen: die Steueridentifikationsnummer oder Steuer-IdNr.

Was das genau ist, wozu man sie braucht, und wie man sie beantragen kann, lesen Sie ausführlich in unserem Beitrag.

Was ist die Steueridentifikationsnummer?

Welchem Zweck die Steuer Identifikationsnummer dient, steckt schon im Namen. Es geht um Steuern, und darum eine Person, die u.a. Geld verdient, eindeutig gegenüber dem Finanzamt zu identifizieren. Das klingt im ersten Moment kompliziert, ist es aber gar nicht.

Schon früher gab es immer eine Steuernummer, auch für Privatpersonen. Danach kam dann die sogenannte eTIN dazu. Seit der Einführung 2007 ersetzt die Steueridentifikationsnummer beide Nummern. Sie ist eine TIN (Taxes Identification Number), wie es sie in fast jedem europäischen Land heute gibt.

Eingeführt wurde die Steuer-ID im Jahr 2007. Bis zum Jahr 2008 wurde jedem Deutschen seine Steuer-ID mitgeteilt. Das geschah mit Hilfe der Meldeämter automatisch. Wer also in Deutschland nicht gemeldet ist, oder erst seit 2008 in Deutschland seinen Wohnsitz hat, hat als Privatperson noch keine Nummer, und muss sie erst beantragen.

Für Unternehmen gibt es ähnliche Nummern, etwa die Ust-ID, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, mit der sich alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen gegenüber dem Finanzamt eindeutig identifizieren können.

Eine echte “Identitätsnummer” für Unternehmen und juristische Personen gibt es bislang aber nicht, die soll erst bis 2021 eingeführt werden. Die Steuerident-Nummer dient nur für Privatpersonen.

Steuer Identifikationsnummer beantragen oder erfahren

Wir haben es vorher schon kurz erwähnt: Wer erst nach 2007 / 2008 nach Deutschland gezogen ist, hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Nummer. Wenn er in Deutschland gemeldet war, wurde die Nummer aber bis spätestens drei Monate nach der Wohnsitzanmeldung zugestellt.

Bei jedem neugeborenen Kind wird die Steuer Identifikationsnummer bereits den Eltern nach der Geburt mitgeteilt. In beiden Fällen sollte eine Nummer also vorhanden sein, wenn man in Deutschland gemeldet ist.

Wer die Nummer vergessen hat, kann über das Webformular der BZSt problemlos die Nummer neu beantragen. Die bereits vergebene Nummer wird dann per Briefpost an die Meldeadresse erneut mitgeteilt. Man erfährt die Nummer auch auf bestimmten Dokumenten (etwa der Lohnabrechnung, wo sie normalerweise ebenfalls vom Arbeitgeber mit angegeben ist).

Eine Anfrage direkt beim Finanzamt ist übrigens auch zwecklos, es darf die Steuer Identifikationsnummer einem Anfragenden nicht mitteilen. Zuständig für die Mitteilung der Nummern ist allein das BZSt.

Wie sieht eine Steueridentifikationsnummer aus?

Die Steuer Identifikationsnummer ist immer elfstellig. Die ersten zehn Stellen sind dabei die eigentliche Nummer. Die elfte Stelle ist lediglich eine Prüfziffer, die sich über einen komplizierten Rechenweg aus den zehn Stellen der Nummer ergibt.

Kriterium für die Nummer ist immer, dass eine Ziffer doppelt vorkommen, eine dafür gar nicht. Das gilt für weitaus die meisten Steuer Identifikationsnummer. In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass zwei Ziffern doppelt, und dafür zwei Ziffern gar nicht vorkommen. Das ist aber vergleichsweise selten der Fall.

Kann sich die Steueridentifikationsnummer ändern?

Nein. Die Steueridentifikationsnummer ist fest zugeordnet, und ändert sich ein Leben lang nicht, auch nicht bei einem Ortswechsel. Sie ist jedem Meldepflichtigen zugeordnet, und jeder hat auch genau eine Steuer Identifikationsnummer.

Hier sind manchmal allerdings kleine Fehler passiert, in Einzelfällen hat jemand versehentlich zwei Nummern erhalten, oder es wurde keine angelegt. In einem solchen Fall kann man einfach eine Steuer Identifikationsnummer über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) beantragen, der Fehler wird dann automatisch korrigiert.

Das gilt auch dann, wenn man zwei Nummern mitgeteilt bekommen hat. Dabei handelt es sich um ein Versehen der Behörde, da jedem in Deutschland Steuerpflichtigen nur genau EINE Nummer zugeordnet sein soll, damit eine eindeutige Identifikation gegenüber dem Finanzamt möglich ist.

Steueridentifikationsnummer und Datenschutz

Grundsätzlich kann man anhand der Steuer Identifikationsnummer nicht auf die jeweilige Person zurück schließen. Das klingt im ersten Moment wie ein Widerspruch, da es sich ja um eine Identifikationsnummer handelt – ist es aber nicht.

Wegen der gesetzlichen strengen Regelungen zum Datenschutz darf die Steuer Identifikationsnummer nur für steuerliche Zwecke verwendet werden. Das Finanzamt und weitere Finanzbehörden dürfen diese Nummer nur verwenden, um etwas einem steuerlichen Vorgang zuzuordnen. Niemand darf anhand der Nummer einfach die Personendaten abfragen.

Damit sich jeder auch an die Verbote hält, sind dafür strenge Strafen vorgesehen. Nach der Abgabenordnung kann eine mißbräuchliche Verwendung und das nicht zulässige Erheben des Inhabers mit bis zu 10.000 € Geldstrafe geahndet werden.

Anderen Stellen ist verboten, anhand dieser Nummer einfach die Personendaten zu ermitteln, und sie haben diesbezüglich auch keine Möglichkeit.

Arbeitgeber dürfen diese Nummer verwenden, da sie ja für Sie die Steuern “erledigen”, etwa Ihre Lohnsteuer abführen. Banken und Wertpapierdepot-Verwalter dürfen die Nummer ebenfalls verwenden, um bestimmte steuerliche Vorgänge zu veranlassen.

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