Proband werdenKellnern, Zeitungen austragen oder die Mitwirkung an Marktforschungsprojekten zählen im Bereich der Nebenjobs zu den absoluten Klassikern und werden dementsprechend stark frequentiert. Weniger bekannt hingegen ist, dass man sich auch durch die Teilnahme an medizinischen Studien einen ansehnlichen Nebenverdienst erwirtschaften kann. Nicht zuletzt aufgrund der Komplexität dieser Tätigkeit sowie der zahlreichen Fragen, die sich berechtigter Weise um dieses Thema ranken, gilt es im Folgenden, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und über die durchaus lukrative Tätigkeit als Proband zu informieren.

Was machen Probanden?

Bevor neue Medikamente auf den Markt kommen durchlaufen diese zahlreiche Untersuchungen und Testreihen, im Rahmen derer Wirkung und Unbedenklichkeit der betreffenden Präparate getestet wird. Neben Labortests an Zellkulturen sowie an Tieren, deren Genom dem Menschen ähnlich ist, schreibt der Gesetzgeber als allerletzte Prüfhürde vor der Markteinführung eine umfangreiche Studienreihe mit menschlichen Probanden vor, die final darauf abzielt, die Wirkungen und Nebenwirkungen eines Medikaments zu überprüfen. Für diesen letzten Schritt, der dazu notwendig ist, dass Arzneimittel in der heilerischen Praxis eingesetzt werden können, werden von Pharmaunternehmen regelmäßig Probanden gesucht, die sich zur Teilnahme an einer solchen Studie bereit erklären. Freiwillige Tester helfen also den Forschern und den Herstellern von Medikamenten, die bereits alle anderen Testphasen erfolgreich durchlaufen haben, dabei, Produkte zu erproben und zu verbessern, sodass diese in optimaler Weise eingesetzt werden können. Ohne die Durchführung derartiger Untersuchungen, also auch ohne Freiwillige, wäre es nicht möglich, die Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten zu garantieren. Wie eine solche Studie genau abläuft hängt indes stark vom jeweiligen Testobjekt und der Art der Studie ab. Folglich variiert auch der mögliche Verdienst von Fall zu Fall stark.

An welchen Arten von Studien kann ich teilnehmen?

Im Grunde genommen existieren einige unterschiedliche Studientypen, die allesamt über eigene Charakteristika verfügen. Die wohl einfachste Form ist die sogenannte Beobachtungsstudie, im Rahmen derer es neben einer gesundheitstechnischen Datenerhebung und maximal einer Blutentnahme zu keinen weiteren Untersuchungen kommt, die den Probanden und seine Gesundheit beeinflussen könnten. Typischerweise geht es um die Beantwortung von Fragen zu bestimmten Krankheitsbildern, die eventuell in der Familie erblich bedingt auftreten. Einen Schritt weiter gehen die Präventivstudien, die über die Intention verfügen, nach neuen Wegen zu suchen, auf denen dem Auftreten bestimmter Krankheiten effektiv vorgebeugt werden kann. Potenzielle Testpersonen bekommen im Zuge der Versuchsreihen meist die Weisung, spezielle Impfstoffe, Vitamine oder Mineralstoffe zu testen, sodass die Forschung Rückschlüsse auf die Wirksamkeit ziehen kann. Die wohl bekannteste Form der Studie ist jedoch die sogenannte Placebo Studie, im Zuge derer die Probanden ohne ihr Wissen und ebenso ohne das Wissen der unmittelbar beteiligten Forscher in zwei Gruppen eingeteilt werden. Ein Gruppe erhält das zu testende Medikament, die andere ein wirkstoffloses Placebo, wobei beide Gruppen vor der Beendigung der Versuchsreihe nicht erfahren, zu welcher Gruppe sie gehören. Unter dem Strich soll somit die tatsächliche Wirksamkeit eines neuen Medikaments zweifelsfrei belegt und von psychologischen Faktoren separiert werden. Deutlich spezieller gestalten sich hingegen Interventions- oder Dosisfindungsstudien, für die in der Regel Probanden gesucht werden, die ein bestimmtes Krankheitsbild aufweisen, sodass die Wirksamkeit unmittelbar am Patienten überprüft werden kann. Es liegt auf der Hand, dass allerdings nur die Wenigsten, die sich bewusst mit der Teilnahme an Studien etwas hinzuverdienen möchten, für die letztgenannten Untersuchungen infrage kommen.

Was kann ich durch die Teilnahme an Studien verdienen?

Die Höhe des Salärs hängt hauptsächlich vom Umfang und der Organisation der zugrundeliegenden Studie ab. Während bei groß angelegten klinischer Studien, im Rahmen derer die Teilnehmer teilweise über mehrere Tage stationär in einem Forschungsinstitut oder Krankenhaus verweilen, Tagessätze von bis zu 300 Euro gezahlt werden, gestaltet sich der Verdienst bei einfachen ambulanten Medikamententests selbstredend deutlich geringer. Ein weiterer Faktor, der Einfluss auf die letztendliche Bezahlung nimmt, ist die Forschungsphase, in der der betreffende Studien angesiedelt ist. Je näher ein Produkt der Markteinführung ist, desto geringer fällt auch der mögliche Verdienst aus. Im Gegenzug steigt das Honorar der Probanden, je früher der Test abgehalten wird. Ursächlich ist das deutlich höhere Risiko der noch in der Entwicklung befindlichen Präparate im Bezug auf das Auftreten möglicher Nebenwirkungen, wenngleich unkalkulierbare Risiken durch die vorangegangenen Testreihen in der Regel ausgeschlossen werden können. Das entsprechende Risiko nehmen freiwillige Teilnehmer im Angesicht der großen Verdienstmöglichkeit jedoch gerne in Kauf. Abseits der eigentlichen Bezahlung für die Teilnahme umfasst die Vergütung auch die An- und Abreisekosten sowie die Verpflegungskosten vor Ort.

Welche reellen Risiken existieren?

Dass Geld nicht auf Bäumen wächst und die vergleichsweise fürstlichen Entlohnungen nicht auf der reinen Nächstenliebe der forschenden Unternehmen beruht, liegt auf der Hand. Das Ziel derartiger Studien ist es natürlich, ein neues Medikament auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor dieses flächendeckend eingesetzt werden kann. Der Verdienst basiert also auf einem gewissen Risiko, das der Teilnehmer durch den Anreiz einer gewissen monetären Entschädigung in Kauf zu nehmen bereit ist. Nun verhält es sich in der Realität allerdings so, dass die zu erwartenden Risiken bereits in unzähligen vorangegangenen Versuchsreihen untersucht worden sind, sodass nur Präparate zum Einsatz kommen, die vergleichsweise unkritisch sind. Über die versuchsspezifischen Risiken wird jeder Teilnehmer, wie vom Gesetzgeber verlangt, im Zuge eines Aufklärungsgesprächs informiert, bevor dieser seine Teilnahme zusagt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es sich bei den potenziell zu erwartenden Nebenwirkungen um temporäre Phänomene handelt, die statistisch bei deutlich weniger als einem Prozent aller Testpersonen auftreten. Gesetzt dem Fall, dass doch schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten, kommen seriöse Institute, die eine spezielle Probandenversicherung abgeschlossen haben, für eventuelle Behandlungskosten auf.

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Wie erkenne ich seriöse Institute?

Pharmaunternehmen, die tatsächlich daran interessiert sind, dauerhaft erfolgreich zu forschen und Fortschritte im Bereich der Pharmazie zu erreichen, können es sich nicht leisten, durch mangelnde Seriosität aufzufallen. Verlangt ein Unternehmen beispielsweise eine Vermittlungsgebühr oder stellt anderweitige Vorleistungen in Rechnung kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass es sich um ein schwarzes Schaf handelt, wie es sie leider in jeder Branche gibt. Probanden werden im Angesicht der unzähligen in Deutschland in einer Warteschlange befindliche Studien händeringend gesucht, weshalb kein seriöses Pharmaunternehmen potenzielle Teilnehmer in Vorleistung treten lassen würde. Im Zweifelsfall hilft auch der Blick ins Internet, denn gerade dort Fallen dubiose Unternehmen durch den regen Austausch in einschlägigen Communities schnell auf.

Eigne ich mich denn überhaupt als Proband?

Da Pharmaunternehmen breit aufgestellt sind und dementsprechend eine Vielzahl von Studien durchführen, gibt es generell für die Teilnahme an Studien keine nennenswerten Beschränkungen. Selbstredend mit der Ausnahme, dass die betreffenden Personen die Volljährigkeit erreicht haben müssen. In wie fern sich jemand für eine bestimmte Studie jeweils eignet hängt aber klar davon ab, worum sich diese dreht und in welcher Phase sich die betreffende Studie befindet. Während für viele Präventionsstudien beispielsweise ausschließlich gesunde Erwachsene gesucht werden, sehen die Auswahlkriterien für einige Interventions- oder Dosisfindungsstudien wiederum deutlich anders aus, da in diesem Fällen unter anderem Personen mit definierten Vorerkrankungen oder Eigenschaften gesucht werden. Darüber hinaus kann aber auch die zeitliche Flexibilität darüber entscheiden, ob jemand als Teilnehmer taugt. Da beispielsweise nur die wenigsten Arbeitnehmer dazu in der Lage sind, sich eine Woche stationär in eine Klinik zu begeben, eignet sich eine solche Untersuchung verständlicherweise besser für Studenten. Zusammenfassend kann also durchaus behauptet werden, dass sich zunächst einmal jeder Interessierte als Studienteilnehmer anbietet. Bestimmte Ausschlusskriterien, die von den forschenden Instituten im Einzelfall definiert werden, verhindern lediglich die Teilnahme an einzelnen Studien.

Wo kann ich mich für die Tester-Rolle bewerben?

Wer sich letztlich dazu entschließt, an Studien und Medikamententests teilnehmen zu wollen, steht verständlicherweise vor der Frage, an welches Unternehmen er sich wenden soll, und an wen die Bewerbung zu adressieren ist. Da sich diesbezüglich keine allgemeingültige Aussage treffen lässt, kann an dieser Stelle lediglich der Rat erteilt werden, sich auf der Internetseite der betreffenden Unternehmen über ausgeschriebene Plätze sowie über die zuständigen Stellen zu informieren. Eine gute Anlaufstelle sind in jedem Fall internationale Branchenriesen wie Bayer, Merck, Novartis, Beiersdorf oder Roche. Insbesondere Großunternehmen führen ihre Untersuchungen oftmals in der Nähe ihrer Firmenzentralen durch, weshalb potenzielle Tester, die im Einzugsgebiet wohnen, dort mit Sicherheit auch persönlich vorstellig werden können. Eine alternative dazu ist die Kontaktaufnahme mit medizinischen Instituten oder Universitäten, die nicht selten von Pharmaunternehmen mit Untersuchungen beauftragt werden. Das Schwarze Brett, das an jeder Universität zu finden ist, ist diesbezüglich eine lohnenswerte Anlaufstelle.

Fazit

Unter dem Strich erweist sich der Job als Proband als lohnenswert, was die Honorarspanne, die von niedrigen zweistelligen Eurobeträgen bis hin zu mehreren Tausend Euro reicht, anschaulich beweist. Wer dazu bereit ist, das damit in Verbindung stehende Risiko in Kauf zu nehmen, für den kann sich die Sache lohnen. Oberste Priorität sollte aber in jedem Fall die Auswahl eines seriösen Instituts haben, denn nur auf diesem Weg profitiert sowohl der Tester als auch der Patient, der auf die Entwicklung neuer Medikamente angewiesen ist.

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