Privatinsolvenz – Voraussetzungen, Ablauf des Verfahrens.

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Privatinsolvenz

©shutterstock – Visual Generation

In die Privatinsolvenz können nur Privatpersonen gehen.

Für Unternehmen gibt es andere Möglichkeiten, wie etwa die Regelinsolvenz. Ein Selbstständiger kann den Weg der Privatinsolvenz ebenfalls nutzen. Dafür muss er weniger als 19 Gläubiger zu bedienen haben.

Allerdings muss die Chance bestehen, dass der Schuldner die Kosten des Verfahrens selbst bezahlen kann.

Werden Kosten nicht gezahlt oder gibt es keine Aussicht auf Zahlung, darf die Insolvenz von Beginn an verweigert werden.

Was sind die Voraussetzungen für eine Privatinsolvenz?

  • Voraussetzung für eine Privatinsolvenz ist weiterhin die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.
  • Auch eine Überschuldung oder bevorstehende Zahlungsunfähigkeit zählen.
  • Gleichgültig für eine Privatinsolvenz ist die Zahl der Gläubiger.
  • Auch die Höhe der Schulden spielt keine Rolle.
  • Eine wichtige Voraussetzung für den Insolvenzantrag gibt es jedoch: Das ist der Versuch, sich mit den Gläubigern zu einigen.

Wie lange dauert ein Insolvenzverfahren bei der Privatinsolvenz?

In der Regel vergehen vom ersten Gang zu einem Schuldnerberater oder einem Anwalt und der Befreiung von der Restschuld etwas mehr als 3 beziehungsweise knapp 6 Jahre.

  • Etwa 2 bis 3 Monate dauert die Vorbereitungsphase.
  • Zirka ein Jahr umfasst das gerichtliche Privatinsolvenzverfahren.
  • Die Wohlverhaltensphase dauert bis zur Restschuldbefreiung 2 bis 5 Jahre.

Dabei sind 5 Jahre der Regelfall. Zahlt man sämtliche Verfahrenskosten, beträgt die Frist 4 Jahre.

Beim zusätzlichen Zahlen von 35 Prozent der Gläubigerforderungen ist die Phase des Wohlverhaltens 2 Jahre lang.

Wie läuft eine Privatinsolvenz ab?

Die Verbraucherinsolvenz umfasst vier Schritte. Zum außergerichtlichen Einigungsversuch und dem gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren kommen die Wohlverhaltensphase sowie die Restschuldbefreiung.

Schritt 1: Außergerichtlicher Einigungsversuch

Der erste Schritt in einem Insolvenzverfahren ist der Versuch, sich außergerichtlich mit den Gläubigern zu einigen.

In der Regel wird der außergerichtliche Einigungsversuch mit der Hilfe eines Anwalt, eines Schuldenberaters oder Schuldnerberatungsstelle geführt. Im Laufe des außergerichtlichen Einigungsversuches erstellen die Beteiligten einen Schuldenbereinigungsplan.

Diesem Plan müssen Schuldiger und sämtliche Gläubiger zustimmen. Wenn nicht sämtliche Gläubiger zustimmen, dann scheitert auch der Versuch zur Einigung. Dann geht das Insolvenzverfahren vor Gericht. Es kommt zum gerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch.

Schritt 2: Gerichtliches Insolvenzverfahren

Im zweiten Schritt, dem gerichtlichen Insolvenzverfahren, stellt der Schuldner zunächst den Eröffnungsantrag.

Eine Bescheinigung bestätigt das Scheitern einer außergerichtlichen Einigung mit allen Gläubigern. Dazu kommen der Antrag auf eine Restschuldbefreiung oder alternativ die Erklärung, keine Restschuldbefreiung zu beantragen.

Detailliert stellt der Schuldner außerdem seine gesamte Vermögenssituation zusammen. Er liefert ein Verzeichnis der Gläubiger und die gegen ihn gerichteten Forderungen sowie den Plan zur Schuldenbereinigung.

Im Schuldenbereinigungsplan wird aufgeführt, wie der Schuldner möglichst viele Gläubiger in Hinblick auf seine Vermögenssituation bezahlen will.

Das Gericht prüft den Antrag auf die Aussicht auf Erfolg. Er geht an alle Gläubiger, die mit der Frist von einem Monat Stellung dazu nehmen müssen. Akzeptieren die Gläubiger den Plan, bestellt das Gericht einen Treuhänder. Er verwertet Vermögen und Einkommen des Schuldners und schüttet den Erlös an alle Gläubiger aus.

Das Insolvenzgericht kann die Zustimmung von Gläubigern zum Plan auch ersetzen. Das geht aber nur, wenn mehr als die Hälfte der Gläubiger dem Schuldenbereinigungsplan zustimmten. Außerdem muss die Summe der Ansprüche aller Gläubiger, die zugestimmt haben, die Hälfte aller Ansprüche ausmachen.

Schritt 3: Wohlverhaltensphase

Zur Eröffnung der Privatinsolvenz beginnt die Wohlverhaltensphase. Sie dauert sechs Jahre, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung.

In Laufe dieser Phase muss der Schuldner alle laufenden pfändbaren Bezüge an den Treuhänder abtreten. Und zwar so lange, bis noch bestehende Schulden vollständig abgetragen sind.

Neue Schulden darf ein Schuldner während seiner Wohlverhaltensphase nicht machen. Ist die sechsjährige Wohlverhaltensperiode abgelaufen und sind die Schulden trotz intensiver Bemühungen nicht getilgt, darf der Schuldner eine Befreiung von der Restschuld beantragen.

Schritt 4: Restschuldbefreiung

Die Restschuldbefreiung eröffnet dem Schuldner einen finanziellen Neuanfang. Für das Verfahren zur Privatinsolvenz ist sie von großer Bedeutung. Denn ein Gläubiger kann grundsätzlich 30 Jahre lang gegen einen Schuldner vollstrecken, wenn er einen Titel hat. Das kann etwa ein gerichtliches Urteil sein.

Innerhalb eines Verfahrens zur Privatinsolvenz ist der Schuldner wesentlich schneller von den restlichen Schulden befreit.

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Wie und wo stelle ich einen Antrag auf Privatinsolvenz?

  • Der Antrag auf eine Privatinsolvenz wird schriftlich beim Amtsgericht eingereicht.
  • Der Schuldner muss seine persönlichen sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse offenbaren.
  • Außerdem muss er einen Verfahrensbevollmächtigten benennen.
  • Der Anwalt oder alternativ der Schuldnerberater bestätigt per Bescheinigung, dass die außergerichtliche Einigung gescheitert ist.
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2017-12-23T14:02:24+00:00 Leistungen vom Staat|

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