Geld verdienen als LektorDas Futter unserer Informationsgesellschaft sind: Texte. Mit dem steigenden Textaufkommen vor allem online aber auch offline steigt auch der Bedarf nach nötigen Korrekturen und Verbesserungen. Wenn man entsprechende Qualifikationen mitbringt, besteht durchaus auch die Möglichkeit, als Lektor Geld zu verdienen. Alles Wichtige zu dieser Tätigkeit haben wir hier zusammengefasst.

Korrektor und Lektor

Zunächst einmal muss man unterscheiden zwischen Korrektorat und Lektorat.

Ein Korrektor beseitigt grundsätzlich nur Fehler im Bereich der Rechtschreibung, der Grammatik und der Zeichensetzung. Er arbeitet also allein mit Rechtschreibregeln. In diesem Fall tritt er in Konkurrenz mit Korrektursoftware und Tools – die aber weit weniger gut arbeiten als ein fähiger Korrektor.

Lektoren kümmern sich daneben auch um inhaltliche und stilistische Aspekte eines Textes. Das geschieht in unterschiedlichem Umfang: beim sogenannten “kleinen” Lektorat werden neben dem Korrektorat auch Verbesserungen bei der Lesbarkeit und Textverständlichkeit vorgenommen. Stil und Ausdruck werden innerhalb des Textes ebenfalls korrigiert, wo nötig. Beim “großen Lektorat” werden außerdem noch die inhaltliche Logik, die Logik des Aufbaus und der Aussagen im Text überprüft.

Dazu kommt (nicht immer) auch ein Fact-Checking, wie es auch Journalisten für ihre Artikel vornehmen lassen. Alle vorhandenen Aussagen, Zahlen und Fakten werden auf Richtigkeit geprüft und notfalls gegengeprüft. Im journalistischen Bereich ist das Fact-Checking eine eigene Aufgabe, die zumeist andere Journalisten übernehmen. Dazu wird in der Regel die Quellenlage und die Seriosität der verwendeten Quellen noch einmal geprüft.

Jeder ordentliche journalistische Bericht muss sich diesem Test unterwerfen, um zu verhindern, dass falsche Aussagen verbreitet werden. Das ist fester Bestandteil der ordentlichen journalistischen Arbeitsweise.

Notwendige Fähigkeiten

Wer als Korrektor arbeiten möchte, muss natürlich die deutsche Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung perfekt beherrschen – auch in Zweifelsfällen. Heißt es dienstagnachmittag, dienstags Nachmittag oder Dienstag Nachmittag? Die Kenntnisse sollten auch so weit reichen, dass ein Korrektor erklären kann, warum etwas falsch ist – er muss also auch die geltenden Regeln kennen.

Für ein kleines Lektorat sollten auch umfangreiche Kenntnisse über Textstile, Grundlagen der Lesbarkeit und im Hinblick auf die Ausdrucksgestaltung vorliegen. Auch hier muss man immer begründen können, warum man etwas anmahnt oder korrigiert (auch wenn es dabei nicht selten trotzdem Widerspruch von der Seite des Verfassers gibt).

Für das große Lektorat muss auch ausreichend Wissen über einen ordnungsgemäßen Textaufbau vorliegen, dazu ist viel Konzentrationsfähigkeit nötig, um in einem fließenden Text inhaltlichen Aufbau erkennen und gedanklich verfolgen zu können. Für das Fact-Checking sollte man grundsätzlich immer mit der Materie vertraut sein, die man lektoriert. Dazu ist hier vor allem Recherchestärke gefragt.

Eine Universitätsausbildung (zum Beispiel ein Germanistik-Studium) ist nicht immer zwingend erforderlich, und wird auch nicht verlangt. Eine journalistische Ausbildung kann – vor allem hinsichtlich des Lektorats – durchaus ein Vorteil sein. In der Regel wird aber ein Bewerber nach einem Probelektorat ausgewählt – die Qualifikation auf dem Papier wird in vielen Bereichen eher vernachlässigt, es zählt die Qualität der geleisteten Arbeit. Wer allerdings ein Studium der Buchwissenschaft, oder im Bereich Buchhandel/Verlagswissenschaft absolviert, genießt natürlich ein wenig Vorschuss-Vertrauen, das sich hier und dort bezahlt machen kann. Die Akademie des deutschen Buchhandels bietet zudem eine spezielle und sehr gut gestaltete Weiterbildung zum Lektor berufsbegleitend an und vermittelt auch Akquise-, Arbeitsablauf- und Managementfähigkeiten für Lektoren.

Auf jeden Fall sollte man – als Lektor aber auch als Korrektor – lange Zeit sehr konzentriert und intensiv arbeiten können. Es dürfen keine Fehler übersehen werden. Diese Fähigkeit bringen bei Weitem nicht alle Menschen mit.

Chancen für Lektoratsjobs

Man kann durchaus nebenberuflich als Lektor arbeiten. Die Tätigkeit findet heute in der Regel in Heimarbeit statt. Nur in wenigen Fällen arbeiten Lektoren direkt mit Autoren oder Verfassern zusammen. Im journalistischen Bereich oder im Verlagswesen werden aber ohnehin meist angestellte Lektoren vor Ort gewählt.

Die Möglichkeiten, als Korrektor oder Lektor zu arbeiten, bestehen überall dort, wo Texte geschaffen werden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Korrektoratsarbeiten, seltener auch um kleines Lektorat. Großes Lektorat kommt praktisch nur noch im Verlagswesen vor, aber auch dort wo Bücher lektoriert werden.

Um Aufträge muss man sich in der Regel bewerben, in den meisten Fällen wird eine Probelektorart verlangt. Häufig spielt aber auch das abgegebene Angebot (der Preis den man verlangt) eine wichtige Rolle für die Auswahl. Die Kosten müssen für den Hersteller von Texten oder für den Verlag in jedem Fall kalkulierbar und vertretbar bleiben.

Lektor VerdienstWas verdient man als Lektor?

Auch Textplattformen bieten immer wieder Korrektorratsjobs an – allerdings sind die Verdienstmöglichkeiten dort eher gering. Im Freelancer-Bereich werden für Korrektorate in häufig nur zwischen 0,5 – 1 Cent pro Wort bezahlt – das führt zu Stundenlöhnen deutlich unter 20 Euro brutto.

Bei größeren Textmengen kommt man in der Regel nur mit Pauschalpreisen an Aufträge. Die von der IHK vorgeschlagenen rund 50 Euro Stundensatz sind in der Praxis wohl für die wenigsten Lektoren auch tatsächlich zu erreichen.

Was man sonst noch beachten sollte

Wichtig beim Verdienst ist auch, sich vor Augen zu halten, dass die eigene Konzentrationsfähigkeit nicht unbegrenzt ist. Nach einer gewissen Zahl von Stunden ist man nicht mehr in der Lage, sorgfältig und konzentriert zu arbeiten. Das beschränkt die Zeit, die man pro Tag mit Korrektorats- oder Lektoratsarbeiten verbringen kann. Das muss in jedem Fall mit einkalkuliert werden, wenn man Angebote macht.

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