Job als kurzfristige BeschäftigungMal eben für eine kranke Kollegin einspringen? Über die Semesterferien was dazuverdienen? Was zählt als kurzfristige Beschäftigung, und was nicht?

Es sollte dabei genau unterschieden werden, sonst drohen Steuerabgaben.

Was zählt als kurzfristige Beschäftigung?

Eine kurzfristige Beschäftigung darf pro Kalenderjahr nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage in Anspruch nehmen. Sie ist zum Beispiel gegeben bei Aushilfen im Sommer- oder Winterschlussverkauf oder bei Hilfen auf Volksfesten oder Messen. Eine Krankheitsvertretung ist keine kurzfristige Beschäftigung.

Für kurzfristige Beschäftigungen gilt, dass sie versicherungsfrei sind und der Arbeitgeber keine Pauschalabgaben an die Sozialversicherung abzuführen hat.

Grundsätzlich ist vor Beginn einer Tätigkeit zu klären, ob es sich um eine kurzfristige Beschäftigung handelt, denn es muss vorher feststehen, ob sie versicherungspflichtig ist oder nicht. Aus diesem Grund kann eine Krankheitsvertretung auch nicht als kurzfristige Beschäftigung gelten, denn bei einer Krankheit steht nicht vorher fest wie lange sie dauern wird.

Vorsicht: Wenn eine Beschäftigung regelmäßig ausgeführt wird, handelt es sich nicht um eine kurzfristige Beschäftigung. Von einer regelmäßigen Beschäftigung kann man aber schon dann sprechen, wenn ein Arbeitnehmer jeden Monat eines Jahres bei einem Arbeitgeber 2 oder 3 Tage arbeitet. Zwar bleibt er dann unter den erlaubten 50 Arbeitstagen, aber er befindet sich in einem regelmäßigen Arbeitsverhältnis.

Rahmenarbeitsvertrag

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung werden meist Rahmenarbeitsverträge abgeschlossen. Es muss vorher feststehen, dass die Tätigkeit nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage umfasst. Der zeitliche Rahmen wird im Arbeitsvertrag genau festgelegt. Mehrere kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Jahres werden addiert.

Wenn die gesamte Arbeitszeit die zulässige Beschäftigungszeit nicht überschreitet, sind alle versicherungsfrei. Wer jedoch die zulässige Beschäftigungszeit bei kurzfristigen Beschäftigungen überschreitet, muss sofort die Sozialversicherungsabgaben für den gesamten Zeitraum nachzahlen.

Nachtdienste, die sich über zwei Kalendertage erstrecken, gelten als ein Arbeitstag. Wenn die Befristung eines Arbeitsverhältnisses nicht vor Beginn der kurzfristigen Beschäftigung festgelegt wird, ist sie versicherungspflichtig.

Für wen eignet sich eine kurzfristige Beschäftigung?

Sie darf nur als Aushilfstätigkeit, niemals berufsmäßig ausgeführt werden. Jede Tätigkeit, die für den Arbeitnehmer als wirtschaftlich bedeutend eingestuft wird, ist berufsmäßig.

Folgende Beschäftigungen sind berufsmäßig und daher sozialversicherungspflichtig:

  • Unentgeltlich beurlaubte Arbeitnehmer, die eine kurzfristige Beschäftigung ausüben
  • Personen in Elternzeit, die eine mehr als geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben
  • Personen, die Leistungen vom Arbeitsamt beziehen und die eine kurzfristige Beschäftigung ausüben
  • kurzfristige Beschäftigungen, die während der gesetzlichen Dienstpflicht ausgeübt werden
  • kurzfristige Beschäftigungen und Ableistung eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres

Als nicht berufsmäßig gelten die kurzfristigen Beschäftigungen der folgenden Gruppe:

  • Eine kurzfristige Beschäftigung zwischen Schulabschluss und Studienbeginn, auch wenn vor dem Studium Wehr- oder Zivildienst geleistet werden muss
  • Bei Studenten eine kurzfristige Beschäftigung, die während der Semesterferien ausgeübt wird
  • eine kurzfristige Beschäftigung neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung
  • eine kurzfristige Beschäftigung neben dem Bezug von Vorruhestandsgeld
  • eine kurzfristige Beschäftigung nach Ausscheiden aus dem Berufsleben (z.B. Hausfrau, Rentner)

Die Frage nach der Berufsmäßigkeit stellt sich nicht, wenn der Verdienst unter 450 € liegt.

Kurzfristige Beschäftigung ohne Lohnsteuerkarte?

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung kann auf die Vorlage einer Lohnsteuerkarte verzichtet werden. Der Arbeitgeber versteuert die Beschäftigung dann pauschal mit 25 %. Meist ist die Arbeit auf Karte jedoch die günstigere Variante.

Wer eine kurzfristige Beschäftigung machen möchte, sollte sich vorher sehr genau mit allen Vorschriften auseinandersetzen und sich sehr gründlich informieren.

Verschiedene Grenzfälle sind nach wie vor ungeklärt. So soll jemand, der von November des Jahres X bis Januar des Jahres Y beschäftigt war, versicherungspflichtig sein, obwohl die Grenze für kurzfristige Beschäftigungen von 3 Monaten in keinem Jahr überschritten wurde. Ein Urteil zu diesem Fall steht noch immer aus.

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