Elterngeld berechnen – So geht’s!

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Elterngeld berechnen

©shutterstock – Africa Studio

Das Elterngeld stellt einen wichtigen Baustein dar, wenn es darum geht, auch nach der Geburt eines Kindes auf sicheren finanziellen Beinen zu stehen.

Es gilt als Ausgleich für das Einkommen, welches im Vorfeld erzielt wurde und wird für einen bestimmten Zeitraum vom Staat bereitgestellt.

Wie wird das Elterngeld berechnet?

Die Berechnung des Elterngeldes stellt eine zentrale Aufgabe der Bezieher wie auch der Geldgeber dar.

Damit alles in geregelten Bahnen verläuft und auch das Geld bezogen werden kann, welches dem Bezieher zusteht, ist es wichtig, dass im Vorfeld eine exakte Berechnung durchgeführt wurde.

1. Erst den Bemessungszeitraum ermitteln, um Elterngeld zu berechnen.

Der Bemessungszeitraum des Elterngeldes kann individuell gestaltet werden. Zwar gibt es einen Rahmen, den der Gesetzgeber vorgibt. Doch innerhalb des Rahmens können individuelle Entscheidungen getroffen werden.

Generell umfasst der Bemessungszeitraum 12 Monate. Ausgegangen wird dabei immer von Kalendermonaten. Ob in einem dieser Monate ein Einkommen erzielt wurde, ist erst einmal sekundär. Auch Sozialleistungen oder andere Einkünfte werden bei der Berechnung erst einmal nicht berücksichtigt.

Für Elterngeldbezieher, die in einem Angestelltenverhältnis sind, zählt das Einkommen der letzten 12 Kalendermonate vor der Geburt beziehungsweise vor dem Monat, in dem der Mutterschutz begonnen hat.

Wer vor der Geburt des Kindes auf selbständiger beziehungsweise freiberuflicher Basis tätig war, nimmt das letzte Wirtschaftsjahr für die Berechnung des Anspruchs. Das bedeutet, dass das Kalenderjahr vor dem Jahr der Geburt des Kindes relevant ist. Wird das Kind im Jahr 2017 geboren, zählt das Kalenderjahr 2016.

2. Berechnung des Arbeitsentgelts ist für das Berechnen von Elterngeld wichtig.

Aufgrund der eingereichten Nachweise über das Einkommen prüft die Elterngeldstelle das Bruttoeinkommen. Steuerfreie Bezüge und sonstige nicht näher benannte Bezüge werden davon abgezogen. Der Restbetrag wird als laufendes Arbeitsentgelt gewertet.

Bei Selbständigen und Freiberuflern wird anhand des Einkommensteuerbescheides das Arbeitsentgelt ermittelt.

3. Für das Elterngeld muss das Elterngeld-Brutto berechnet werden.

Das Elterngeld-Brutto wird aus dem laufenden Arbeitsentgelt abzüglich des Arbeitnehmerpauschbetrages errechnet.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass der Arbeitnehmerpauschbetrag bei 83,33 € pro Monat liegt.

4. Ermittlung der Steuermerkmale

Geschaut wird zudem, welche Steuerklasse bei den einzelnen Einkommensnachweisen vorliegt. Ebenso ist interessant, ob Kirchensteuer gezahlt werden muss und welche Kinderfreibeträge vorhanden sind.

Sollte vor dem Bezug des Elterngeldes noch die Steuerklasse gewechselt werden, dann muss dies rechtzeitig erfolgen. Ein Wechsel wirkt sich nur dann positiv auf die Höhe des Elterngeldes aus, wenn dieser mindestens 7 Monate vor dem Bezug des Geldes erfolgt ist.

Denn bei einem Steuerklassewechsel zählen für die Berechnung immer die Monate, die in der überwiegenden Anzahl vorliegen.

5. Berechnung der Steuerabzüge

Der nächste Schritt bei der Berechnung des Elterngeldes befasst sich mit der Berechnung der Steuerabzüge.

Vorsorgepauschalen werden dabei ebenso berücksichtigt wie Mischeinkünfte. Die Steuerklasse 6 hingegen wird nicht berücksichtigt.

6. Ermittlung der sozialversicherungsrechtlichen Merkmale

Jeder einzelne Einkommensnachweis wird zudem auf Pflichtbeträge hin überprüft. Interessant sind dabei Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenversicherung. Hinzu kommt die Arbeitslosenversicherung.

Gab es innerhalb des Bemessungszeitraums Änderungen bei diesen Beiträgen, gilt auch hier wieder die Regel, dass die Beiträge gewertet werden, deren Monate im Rahmen des Bemessungszeitraumes überwiegen.

7. Berechnung der sozialversicherungsrechtlichen Abzüge

Um die Abzüge zur Sozialversicherung zu berechnen, setzt die Elterngeldstelle als Grundlage die im BEEG festgeschriebenen Pauschalen ein.

Der Kinderzuschlag, der in der Pflegeversicherung enthalten ist, bleibt dabei unberücksichtigt. Außerdem wird kein Zuschlag auf den Buß- und Bettag erhoben, der in Sachsen gefeiert wird.

8. Berechnung des Elterngeld-Netto

Das Elterngeld-Netto wird nach der Berechnung aller Abzüge aus dem Elterngeld-Brutto minus der Abzüge berechnet. Der so ermittelte Betrag ähnelt aber nicht dem Netto, welches das Einkommen stets hervorgebracht hat.

Ein Irrtum, dem viele Eltern immer erst einmal verfallen sind. Es fällt geringer aus und bildet die Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes, welches letztendlich an die Eltern ausgezahlt wird.

9. Ermittlung der Ersatzrate

Auf Grundlage des errechneten monatlichen Elterngeld-Nettos wird die zur Anwendung zu bringende Ersatzrate berechnet.

Diese gibt an, zu wie viel Prozent das Elterngeld-Netto durch das reguläre Elterngeld ersetzt wird. Handelt es sich beim Bezieher um einen Geringverdiener, kann die Ersatzrate von den gängigen 65 Prozent auf bis zu 100 Prozent ansteigen.

Die Ersatzrate wird mit dem Netto des Elterngeldes multipliziert und ergibt so den Grundbetrag des Elterngeldes. Liegt dieser Grundbetrag über 2.770 Euro pro Monat, kann das Elterngeld maximal 1.800 Euro pro beantragten Monat betragen. Hinzu kommen lediglich mögliche Geschwisterboni beziehungsweise Mehrlingsboni.

Der Mindestbetrag beim Elterngeld liegt bei 300 Euro pro Monat.

10. Anrechnung von Einkommen im Bezugszeitraum

Wird ein Einkommen während des Bezuges von Elterngeld bezogen, dann kann dies zur Minderung des Elterngeldes führen. Denn es wird zum Teil auf den Elterngeldgrundbetrag angerechnet.

Damit dies möglich ist, wird der Elterngeld-Grundbetrag bis maximal 2.770 Euro gewährt. Im Anschluss wird die Differenz, die durch den Zuverdienst entsteht, pro Lebensmonat errechnet.

Bei der Berechnung des Zuverdienstes wird ebenso vorgegangen wie bei der Berechnung des Elterngeld-Netto.

11. Geschwisterbonus

Befindet sich im Haushalt der Elterngeldbezieher ein Geschwisterkind, welches noch keine drei Jahre alt ist oder gibt es zwei Geschwisterkinder, die noch keine sechs Jahre alt sind, dann kann sich der Elterngeldgrundbetrag um den Geschwisterbonus erhöhen. Gleiches gilt auch, wenn ein behindertes Kind unter vierzehn Jahren im Haushalt lebt.

Der Geschwisterbonus ist bei 10 Prozent des Elterngeldgrundbetrages angesiedelt. Er beträgt mindestens 75 Euro.

12. Mehrlingszuschläge

Bei einer Mehrlingsgeburt wird ein Zuschlag zum Elterngeldgrundbetrag in Höhe von 300 Euro pro Monat gewährt. Diese Regelung greift auch dann, wenn das Elterngeld gleichzeitig für mehrere Kinder gezahlt wird. Ein zusätzlicher Geschwisterbonus wird jedoch nicht gewährt.

13. Höhe des ausgezahlten Elterngeldbetrags

Die Höhe des ausgezahlten Elterngeldbetrages berechnet sich aus dem Elterngeldgrundbetrag, dem abzüglich anzurechnende Einkünfte gegenüberstehen.

Hinzugerechnet werden Zuschläge für Mehrlingsgeburten oder Geschwisterkinder.

14. Auszahlungsoptionen des Elterngeldes

Die Eltern dürfen selbst entscheiden, wie sie das Elterngeld ausgezahlt haben möchten.

Es kann in vollen oder in halbierten Monatsbeträgen gewährt werden. Für jeden Bezugsmonat kann eine separate Entscheidung getroffen werden.

Halbierte Monatsbeträge verlängern den Auszahlungszeitraum. Der Bezugszeitraum hingegen bleibt gleich. Sobald der Bezugszeitraum beendet ist, kann wieder gearbeitet werden, ohne das eine Anrechnung erfolgt. Auch wenn das bedeutet, dass der Auszahlungszeitraum noch nicht abgelaufen ist.

Fazit zum Berechnen des Elterngeldes

Die Berechnung des Elterngeldes klingt auf den ersten Blick wahrscheinlich recht kompliziert.

Da man als Bezieher dies jedoch nicht selbst machen muss, sondern sich die Elterngeldstelle darum kümmert, ist man lediglich angehalten, die dafür benötigten Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Alles weitere läuft dann automatisch.

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2017-11-23T18:52:07+00:00 Leistungen vom Staat|

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