Produkttester Amazon VineWer hat nicht schon einmal davon geträumt, verschiedene tolle Produkte kostenlos testen und anschließend behalten zu dürfen? Das soll nicht möglich sein? Doch das ist es, denn Amazon hat vor einiger Zeit einen Club gegründet, der bestimmte Mitglieder von Amazon Produkte testen und bewerten lässt, welche diese anschließend auch behalten dürfen. Dafür müssen sie lediglich eine Rezension über das Produkt schreiben.

Doch wie funktioniert Amazon Vine, der Club der Produkttester, überhaupt? Kann jeder ein Produkttester werden oder werden nur bestimmte Personen ausgewählt? Welche Aufgaben muss man als Produkttester erfüllen und gibt es bestimmte Dinge, die man beachten muss?

Wie kann man Amazon Produkttester werden?

Nicht jeder kann Amazon Produkttester werden, denn Amazon möchte mit dem System erreichen, dass neue Produkte qualitativ hochwertig bewertet werden, damit die Kunden einen besseren Eindruck des Produktes erhalten. Aus diesem Grund kann man nur Produkttester werden, indem man eingeladen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man eingeladen wird hängt dabei vor allem davon ab, wie viele Rezensionen man bereits bei Amazon verfasst hat und, ob diese von anderen Mitgliedern als nützlich und qualitativ hochwertig empfunden wurden. Es zählt jedoch nicht nur die Menge der Rezensionen, sondern auch ihre Aktualität. Amazon beachtet außerdem, ob man sich besonders für Produkte interessiert, die denen im Vine-Programm ähneln.

Um Produkte bei Amazon testen zu können, ist es vorteilhaft, wenn man möglichst viele Rezensionen zu gekauften Produkten verfasst. Dabei sollte man das Produkt vor allem detailreich beschreiben, ob es positiv oder negativ zu bewerten ist, ob es den eigenen Anforderungen und Erwartungen entspricht oder darüber bzw. darunter liegt.

Auch Informationen zur Lieferung können dabei durchaus angegeben werden. Außerdem sollte man immer mal wieder eine Rezension verfassen, damit sie aktuell bleiben. Dies kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eingeladen zu werden, doch eine genau Anzahl, wie viele Rezensionen man dafür bestenfalls verfassen sollte, ist nicht bekannt.

Was muss man als Amazon Produkttester machen?

Als Produkttester bei Amazon Vine hat man die Aufgabe, bestimmte Produkte, die einem zugeschickt werden, zu bewerten und eine Rezension zu verfassen, die anschließend bei Amazon veröffentlicht wird. Diese Produkte werden von bestimmten Unternehmen, Verlagen, Herstellern oder Studios zur Verfügung gestellt, damit die Kunden möglichst schnell einen Eindruck von den neuen Produkten gewinnen können. Die Produkte müssen dabei innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt getestet und bewertet werden.

Es ist jedoch nicht von Bedeutung, ob die Rezension positiv oder negativ ausfällt, denn sowohl die Anbieter, als auch Amazon haben keinen Zugriff auf die Rezensionen, da die Kunden nicht getäuscht werden sollen. Die Vorgaben lauten die Rezensionsrichtlinien von Amazon eizuhalten. Das heißt zum Beispiel, dass der Text eine Länge von 75 bis 300 Wörtern haben sollte.

Außerdem sollte man seine eigenen Erfahrung mit dem Produkt beschreiben, ob es einem gefallen hat oder nicht. Es ist zudem besonders hilfreich, wenn man seine Meinung begründet und das Produkt mit anderen, ähnlichen Produkten vergleicht und Unterschiede, Gemeinsamkeiten, sowie Vor- und Nachteile erläutert. Die Rezension sollte weiterhin immer einen freundlichen Ton anschlagen und keine Beleidigungen beinhalten.

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Was sollte man als Amazon Produkttester noch beachten?

Obwohl man das Produkt kostenlos bekommt, sollten die Rezensionen ehrlich sein und das Produkt nicht positiver darstellen, als es tatsächlich ist. Denn es hat keine Konsequenzen, wenn man das Produkt negativ bewertet und die Kunden sollen einen realistischen Eindruck bekommen. Außerdem sollte man beachten, dass das Produkt innerhalb von 6 Monaten zurückgefordert werden kann. Auch eine zusätzliche Bezahlung für das Testen der Produkte ist nicht vorgesehen.

Ein Produkttester bei Amazon Vine zu werden lohnt sich also besonders für Personen, die an Neuerscheinungen interessiert sind, Produkte testen möchten und etwas Zeit mitbringen. Außerdem sollte man geduldig sein, denn es kann lange dauern, bis man eine Einladung bekommt. Aus diesem Grund lohnt es sich auch nur auf lange Zeit hin, Produkttester zu werden. Wenn man jedoch einmal eingeladen wird, bringt es viele Vorteile mit sich.

Welche Produkte kann ich bei Amazon Vine testen, welche nicht?

Bisher war es gängige Praxis, dass jeder Händler, der auf dem Amazon Marketplace aktiv war, gemäß den Rezensions-Richtlinien des Versandhändlers Rezensionen über Produkttester generieren durfte. Voraussetzung dafür war, dass die Tester, die ein entsprechendes Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt bekamen, einen klaren Hinweis auf diese Tatsache in der Rezension platzierten.

Unter anderem aufgrund der extremen Zunahme an Fake-Rezensionen hatte sich Amazon aber bereits Anfang Oktober 2016 dazu entschlossen, diese sogenannten Gefälligkeitsrezensionen für Drittanbieter zu verbieten, sodass diese auch unter Erwähnung des »Sponsorings« nicht mehr erlaubt sind. Wenige Wochen nach der Änderung der US-Richtlinien erfolgte der gleiche Schritt auch in Deutschland. Unter dem Strich entfällt damit die Möglichkeit, Produkte externer Händler als Gegenleistung für eine Rezension kostenlos zu bekommen. Das Angebot des Amazon Vine Club bliebt davon jedoch völlig unberührt.

Warum verbietet Amazon Produkttest von Drittanbietern?

Die Möglichkeit Gefälligkeitsbewertungen abzugeben ist im Grunde genommen nicht schlecht und durchaus zielführend, denn statistisch hat die Sterne-Bewertung für Dreiviertel aller Amazon-Kunden den größten Einfluss auf die Kaufentscheidung. Nicht zuletzt deshalb behält Amazon auch den hauseigenen Vine Club bei.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass das US-Unternehmen die »Geister, die es rief« nun wieder loswerden muss, denn der Anreiz für Rezensionen, der vor allem für neue Produkte verkaufsfördernd wirken sollte, hat sich in den letzten zwei Jahren kaum kontrollierbar verselbstständigt.

Während die Anzahl der organischen Rezensionen annähernd linear und mit den Neuerscheinungen von Produkten wuchs, legte die Anzahl der gesponsorten Rezensionen zwischen Mitte 2014 und Mitte 2016 ein sattes exponentielles Wachstum hin. Die Tatsache, dass Gefälligkeitsrezensionen heute nicht mehr wie vor zwei Jahren noch 1 Prozent, sondern bereits über 50 Prozent aller neu verfassten Rezensionen ausmachen, verdeutlicht die Problematik.

Was ist an den Gefälligkeits-Rezensionen noch problematisch?

Durch die Öffnung für Drittanbieter hat Amazon in der Vergangenheit die Kontrolle ein wenig aus der Hand gegeben, was beispielsweise zu einer extremen Zunahme von Fake-Rezensionen geführt hat, die unter anderem von den Drittanbietern selbst kamen. Das ist aber nicht das einzige Problem, denn obwohl ein solcher Produkttest dem Tester völlig freie Hand lässt und keinerlei positive Bewertungen vorgeschrieben sind, fallen Rezensionen, die auf Basis von Produkttests entstehen, einer Studie von ReviewMeta zur Folge um fast 0,4 Sterne besser aus.

Diese 0,4 Sterne klingen zwar nicht nach viel, können insbesondere in heiß umkämpften Nischen aber einen entscheidenden Unterschied machen und den Wettbewerb verzerren.

Was verspricht sich Amazon von dem Verbot?

Dadurch, dass Amazon wieder selbst die Zügel in die Hand nimmt, möchte das Unternehmen zunächst einmal die Menge an Rezensionen zugunsten der Qualität reduzieren und damit Marktungleichgewichte ausgleichen. Auf der einen Seite geht es natürlich um die Qualitätssicherung für den Endkunden.

Auf der anderen Seite ist es aber auch kein Geheimnis, dass Amazon mit diesem Schritt auch seinen Vine Club stärken möchte, zumal der Konzern durch den Verkauf der Produkte, die direkt über ihn vertrieben werden, einen höheren Anteil an der Marge erhält.

Ist das jetzt schlecht für mich und externe Händler?

Das klingt sowohl für Produkttester als auch für Drittanbieter, die ihre Waren über den Marketplace vertreiben, zunächst einmal weniger gut. Denn während Produkttester ein deutlich geringeres Spektrum an Produkten kostenlos unter die Lupe nehmen können, haben es Drittanbieter im Gegenzug durch fehlende oder verlangsamt eintreffende Rezensionen schwer, sich am Markt zu etablieren.

Nun geht Amazon diesen Schritt aber nicht ohne Hintergedanken, denn auf Sicht möchte das Unternehmen das Angebot für Vine Produkttester deutlich ausweiten.

In der Praxis ist die Aufnahme zahlreicher weiterer Hersteller und Drittanbieter in das Vine Programm geplant, wodurch den Vine Mitgliedern erstens wieder eine breitere Palette an Produkten zur Verfügung steht und zweitens die Qualität der Produktrezensionen verbessert werden soll. Amazon selbst profitiert natürlich auch von diesem Schritt, da es anzunehmen ist, dass sich der Online-Händler die Aufnahme von Herstellern in das Programm versilbern lässt.

Da da es sich auf lange Sicht damit aber umso mehr lohnt, Amazon Vine Mitglied zu werden, steht der unternehmensinterne Vorteil für angehende Produkttester ohnehin auf einem ganz anderen Blatt.

Was passiert mit bereits geschriebenen Rezensionen für Produkte von Drittanbietern?

Laut Aussagen von Amazon bleibt ein Großteil der bereits verfassten Produktrezensionen von der aktuellen Änderung der Rezensions-Richtlinie unberührt, sodass diese weiterhin im Netz bleiben werden. Anders sieht die Sache im Fall von Produkten aus, die ein Übermaß an Gefälligkeitsrezensionen aufweisen oder Auffälligkeiten hinsichtlich der Bewertung besitzen.

Laut dem Online-Magazin techcrunch.com hat Amazon in Fällen von »exzessiv generierten Produkttester-Reviews« schon damit angefangen, Rezensionen nachträglich zu löschen.

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